Baden-Württemberg

VBE: Alle Grundschüler optimal fördern, aber nicht mit zusätzlichen Nachhilfestunden überfordern

Als "pädagogisch wenig sinnvoll" bezeichnete es der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung Baden-Württemberg (VBE), Gerhard Brand, permanent Druck auf Grundschüler auszuüben. Ziel aller Bemü­hungen an dieser Schulart dürfe es nicht sein, dass das Kind in der vierten Klasse die Gymnasialempfehlung erhalte, koste es, was es wolle.

09.01.2011 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Das Übergangsverfahren auf die weiterführenden Schulen spielt bereits in der ersten Klasse bei Eltern offen oder unterschwellig eine Rolle. Natürlich ist es im Interesse der Schule, wenn Kinder von allen Seiten optimal gefördert werden; dabei sollte jedoch immer die Schülerpersönlichkeit, nicht die von Eltern ge­wünschte Schullaufbahn im Mittelpunkt des Bestrebens stehen.

Um eine optimale individuelle, ganzheitliche Förderung jedes Grundschulkin­des zu erreichen, ist nach Auffassung des VBE eine weitere Reduzierung des Klassenteilers auf 25, besser noch auf 22 Schüler pro Klasse notwendig. In klei­neren, überschaubaren Lerngruppen können Lehrer den Bildungs- und Erzie­hungsbedürfnissen der Kinder wesentlich besser gerecht werden.

Schätzungen besagen, dass gut ein Fünftel aller Grundschulkinder nachmittags privaten Zusatzunterricht erhält. Eltern - so heißt es - geben für außerschulische Nachhilfe Woche für Woche rund 15 Millionen Euro aus. Dabei beschränkt sich die zusätzliche Unterstützung in der Regel auf die Fächer, die für das Über­gangsverfahren in Klasse vier entscheidend sind: Deutsch und Mathematik.

Viele Kinder haben heute Probleme mit der Sprache, der Motorik, der Gesund­heit; etliche leiden unter Schlafstörungen, Hyperaktivität, Legasthenie, Dyskal­kulie oder zeigen - meist destruktive - Verhaltensauffälligkeiten.

Der VBE setzt sich für eine individuelle schulische Förderung aller Kinder in einer optimalen Lernatmosphäre ein. Der Grundschule kommt im gesamten Bil­dungs- und Erziehungsprozess eine entscheidende Bedeutung zu. Was hier ver­säumt wird, ist später nur schwer aufzuarbeiten und zu kompensieren. "Jeder Euro, der in die Grundschule investiert wird, trägt später für die Gesellschaft Zinsen", rechnet Brand vor. Eine Gelegenheit, mittelfristig kleinere Klassen zu bilden, böten rückläufige Schülerzahlen.


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