Baden-Württemberg

VBE beklagt: Zu viele Junglehrer ohne Anstellung

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg bedauert es, dass wieder viel zu viele gut ausgebildete Junglehrer keine Anstellung bekommen. Nach über fünf Jahren qualifizierter, aber hoch spezialisierter Ausbildung stehen zu viele junge Pädagogen vor verschlossenen Schul­türen. Sie kommen nicht in den Schuldienst, obwohl an den Schulen drin­gend mehr Lehrer benötigt würden, was nicht nur Eltern bei immer noch zu vollen Klassen und häufigem Unterrichtsausfall mit zunehmenden Un­mut missbilligend feststellen.

18.07.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Junge Lehrkräfte müssen in diesen Tagen erfahren, dass sie nach einer über fünfjährigen Ausbildungszeit an Hochschule und Lehrerseminar nicht in den Schuldienst übernommen werden, obwohl sie dafür eigentlich einen qualifizie­renden Abschluss erreicht haben. "Und etwas anderes als `Schulehalten´ haben diese jungen Menschen nicht gelernt", moniert der VBE-Sprecher. Obendrein sei die Ausbildung so spezialisiert, dass ein Hauptschullehrer nicht an einem Gymnasium eingesetzt werden könne, selbst wenn dort ein Mangel herrsche.

Der VBE wirft dem Kultusministerium vor, für diese Misere die Hauptverant­wortung zu tragen. Immer wieder hatte der gewerkschaftliche Berufsverband eine Langzeit-Lehrerbedarfsanalyse mit verlässlichen Zahlen angemahnt.

Junge Menschen sollten im Voraus verlässlich informiert werden, ob es loh­neswert sei, ein Lehramtsstudium aufzunehmen - und vor allem welches. Dazu müssten gesicherte Daten, insbesondere korrekte Schülerzahlen, vorliegen.

Einerseits wirbt das Kultusministerium in anderen Bundesländern um Lehrer, andererseits lässt es die Zukunftsträume hochmotivierter Pädagogen wie Seifen­blasen platzen und gibt ihnen lediglich auf einer Warteliste die Perspektive für eine Stelle.

Es ist traurig, dass in Zeiten, in denen Schülern und Lehrern ständig mehr zu­gemutet wird und Kinder in viel zu großen Klassen und unter immer schlech­teren Bedingungen unterrichtet werden, so viele Lehrer in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Durch die unterschiedliche Ausbildung der Lehrer an einer Universität respektive an einer Pädagogischen Hochschule ist später ein schul­artübergreifender Einsatz nicht möglich.


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