VBE: Die Rahmenbedingungen an den Schulen müssen grundlegend verbessert werden – zu vieles liegt im Argen

Mit großer Sorge registriert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg die ständig wiederkehrenden Berichte über Gewalt, die von Schülern ausgeht. Auch wenn es sich dabei stets um Einzelfälle handelt, wie jetzt wieder beim Amoklauf in Ansbach, rufen die Taten immer mehr ungute Gefühle einer Vorahnung hervor, was wohl dem­nächst noch alles an Schulen passieren wird.

18.09.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Die Lehrer bemühten sich zwar neben der Bildung der Schüler verstärkt um die Vermittlung ethischer und sozialer Werte, fühlten sich aber bei den Erziehungs­versuchen häufig allein gelassen, beklagt der VBE-Sprecher. Im Bildungswesen regiere bei gleichzeitig heftiger Zunahme diverser Reformprojekte immer mehr der Rotstift: zu volle Klassen, Unterrichtsausfälle und Zusammenlegungen bei Krankheitsfällen sowie unzureichende Stütz- und Fördermaßnahmen seien unbe­friedigender Alltag an den Schulen des Landes.

Man müsste sich über latente Gewalt von Schülern weniger Sorgen machen, wenn es an den Schulen anders aussehen würde, meint der VBE-Sprecher. Noch immer gebe es zu viele baulich heruntergekommene Gebäude oder schmuck- und seelenlose "Lernfabriken" aus tristem Beton mit zu vielen Schülern, die sich überwiegend fremd seien. Da lernten bis zu 32 Kinder und Jugendliche pro Klasse in häufig viel zu kleinen, viel zu selten renovierten Räumen, wo 22 Schü­ler mehr als genug wären. Da kämpften Leh­rerverbände seit Jahren vergebens um wenigstens eine Kassenlehrerverfügungsstunde pro Woche, damit Pädago­gen mit den Schülern Probleme jenseits des Stoffdru­ckes aufarbeiten könnten. Da mangele es an Arbeitsgemeinschaften und Stütz­kursen, weil Lehrerstunden fehlten, da falle sogar Pflichtunterricht aus. Gleich­zeitig sollen immer mehr Pro­bleme der Gesellschaft in den Schulen aufge­arbeitet werden. Aggressions- und Gewalt­abbau können im Unterricht aber nicht "so nebenher" betrieben werden, sondern seien vor allem das Metier von ent­spre­chend ausgebildeten Fachkräften. Neben den Beratungslehrern müssten an den Schulen verstärkt Schulpsy­chologen und Sozialarbeiter zur Betreuung ge­fähr­deter Kinder und Jugendlicher eingesetzt werden. Das scheitere aber in der Regel am fehlenden Geld, beklagt der VBE-Sprecher.


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