VBE: "Eintopf"-Fächer sorgen für Nivellierung der Noten
Jetzt beginnen sie wieder, die Zeugniskonferenzen an den Schulen des Landes. Dabei zeigt sich nach Auffassung des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg wieder sehr deutlich, dass die Noten von Fächern, die Schüler besonders gern haben wie Musik und Bildende Kunst, im "Eintopf" eines Fächerverbundes untergehen. Seit der Bildungsplanreform 2004 fließen in der Grundschule die Musik-, Kunst- und Handarbeitsnoten in das Fach "MeNuK" (Mensch, Natur und Kultur) ein, das früher die sogenannte Heimatkunde bzw. den Sachunterricht abdeckte, werden Musik, Sport und Kunst in der Hauptschule zu "MSG" zusammengefasst.
06.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDie Fächer Musik und Bildende Kunst gibt es an den Grund- und Hauptschulen nach Einführung der neuen Bildungspläne überhaupt nicht mehr, (sehr wohl aber an den Realschulen und den Gymnasien!!!), beklagt der Lehrerverband. In der Grundschule geht die Musik im Fach "Mensch, Natur und Kultur" auf, und damit so ziemlich ganz unter, in der Hauptschule ist Musik im Fächerverbund MSG (Musik/Sport/Gestalten) integriert. So könne man unter anderem den Bedarf an Musikpädagogen elegant kaschieren, stellt der VBE-Sprecher fest.
Durch eine gemeinsame Zeugnisnote im Fächerverbund werden stark divergierende Schülerleistungen - wie etwa in Sport 5, in Musik 1 (oder umgekehrt) – nivelliert. Es entsteht eine wenig aussagekräftige Durchschnittsnote. Aus gutem Grund ist das Fach Musik weder im Realschulbereich noch an den Gymnasien verschwunden, da ein solides Fachwissen notwendig ist, bevor man interdisziplinär arbeiten kann. Völlig unverständlich wird die "Einheitsbreinote" dadurch, dass seit letztem Jahr - trotz Fächerverbund - wieder die beste Note aus Musik, Sport und Kunst im Hauptschulzeugnis ausgewiesen werden muss und ausschließlich dieser Teilbereich der Gesamtnote versetzungsrelevant ist.
Schon seither galten Musik, Sport und Bildende Kunst aus Sicht vieler lediglich als schmückendes Beiwerk, als Erholung für die vom "richtigen" Lernen in den Hauptfächern gestressten Schüler. Das Bündeln des musisch-ästhetisch-sportlichen Bereiches zu einem Fächerverbund habe diesen Trend verstärkt, selbst wenn in der Summe keine einzige Stunde verloren gegangen sei, beklagt der VBE-Sprecher.
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