VBE: Gibt es schon wieder einen "Paradigmenwechsel"?

Da es sich bei dem für den CDU-Leitantrag von Ministerpräsident Günther Oettinger wieder aufgewärmten Thema "Schuluniformen" um einen Re­formanstoß von größerer bildungspolitischer Tragweite handle, fühle sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg genötigt, rechtzeitig vor dem Landesparteitag in Friedrichshafen eine Stellungnahme dazu abzugeben, spöttelt der VBE-Sprecher.

11.10.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Lehrer sehen sich täglich damit konfrontiert, dass etliche Schüler weder Arbeits­materialien noch Hausaufgaben dabei haben, dass manche nur sporadisch zum Unterricht erscheinen. Nach Einführung einheitlicher Schulkleidung würde sich eine weitere Schwierigkeit ergeben, befürchtet man beim VBE. Was sollen die Pädagogen mit den Schülern machen, die nicht in ´Uniform` zur Schule kom­men. Bestrafen? Zum Umziehen nach Hause schicken? Oder ganz vom Unter­richt ausschließen? Momentan wären Lehrer bereits glücklich, wenn alle Schüler immer in kompletter Sportkleidung zum Schulsport erscheinen würden. Eine freiwillig "mit Stolz" getragene Schuluniform könnte zwar das Wir-Gefühl der Schüler stärken, sollte jedoch trotzdem nicht zur Pflicht gemacht werden.

Den Einfluss bestimmter Markennamen wird es auch bei uniformem Schuldress weiterhin geben. Das fängt mit dem Schuhwerk an und hört beim Handy oder Schulranzen nicht auf. Auch mit dem entsprechenden Füller kann man Standes­unterschiede deutlich zum Ausdruck bringen. Da gibt es unzählige Ausführun­gen vom einfachsten Billigschreibgerät bis hin zum sündhaft teuren Angeber-Luxusmodell. Wichtiger wäre es, dass Schüler mit sozialen Unterschieden um­zugehen lernen, die Schuluniformen durchaus ein wenig kaschieren, aber nie­mals beseitigen können.

Zur Farce würde nach Meinung des VBE der uniforme Schuldress insbesondere dann, wenn Firmen als Sponsoren ins Spiel kämen und Schüler wie Sport­ler herumlaufen müssten in einheitlichen Sweatshirts, auf denen neben dem Schul­logo in dicken Buchstaben eine Werbe-Botschaft prangte: "...mit dem vol­len Aroma..." oder "...von der Sonne verwöhnt...".

Bei der desolaten Haushaltslage der öffentlichen Hand wäre ein Sponsoring bei Schuluniformen wahrscheinlich gar nicht einmal so abwegig, sollten nicht wie­der die Eltern zur Kasse gebeten werden.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden