Nordrhein-Westfalen

VBE: Gute Bildung braucht deutlich mehr Ressourcen

"Wer kein Kind zurücklassen will, muss optimale Bedingungen schaffen. Davon sind wir im Vergleich zu anderen Bundesländern meilenweit entfernt", fordert Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW, "Die Qualität an den Schulen darf nicht vom Gutdünken des Finanzministers abhängig sein." Vor dem Hintergrund der heutigen Anhörung im Unterausschuss Personal im Landtag drängt der VBE deswegen darauf, die entsprechenden Finanzmittel im Landeshaushalt zu erhöhen.

21.10.2014 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Vor allem die Inklusion benötige nicht weniger, sondern mehr Personal, so Beckmann: "Wir brauchen kleinere Klassen und eine Doppelbesetzung in jeder inklusiv unterrichteten Klasse. Durch die rückläufigen Schülerzahlen und die damit verbundenen Demografiegewinne können die Lehrkräfte an diesen Stellen eingesetzt werden. Allein für die Umsetzung der Inklusion an Regelschulen gibt es einen Mehrbedarf von 7.000 bis 10.000 Lehrerstellen."

Aktuell müsse außerdem der Bedarf an Lehrkräften für die Beschulung von Flüchtlingskindern sichergestellt werden, sagt Beckmann: "Die Kapazitäten der vorhandenen Auffangklassen sind bereits ausgereizt, aber täglich steigt der Bedarf an zusätzlichen Plätzen. Die betroffenen Schulen brauchen dringend Unterstützung – und zwar durch weitere Kolleginnen und Kollegen, zum Beispiel mit Deutsch als Zweitsprache, aber auch durch Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter und Dolmetscher. Allein können sie die Hilfe, die die teils stark traumatisierten Kinder brauchen, nicht gewährleisten."

Auch dem Schulleitermangel müsse die Landesregierung endlich entschieden entgegentreten, fordert Beckmann: "Vor allem im Grundschulbereich gibt es zu wenig Bewerbungen – und das nicht, weil es nicht genügend interessierte und fähige Bewerberinnen und Bewerber gibt. Gut qualifizierte Lehrkräfte wissen jedoch: Die Bezahlung und die Leitungszeit werden weder der Aufgabenfülle noch der Verantwortung gerecht." Der VBE erwartet daher von der Landesregierung, dass sie eine höhere Attraktivität schafft: Dazu gehöre vor allem eine Anhebung der Besoldung: "Konrektoren sollten mindestens nach A13, Rektoren nach A14 bezahlt werden. Das bedeutet nach unseren Berechnungen abzüglich der Ersparnis durch Schulschließungen zwar eine Mehrausgabe von 9,9 Millionen Euro jährlich. Gemessen am Gesamthaushalt macht das jedoch nur 0,9 Promille aus. Soviel sollte dem Land eine funktionierende Schule wert sein."



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