Nordrhein-Westfalen

VBE: Inklusions-Kostenschätzung dringend nötig

"Es wird höchste Zeit, dass alle Fakten auf den Tisch kommen. Die Kosten für die Inklusion sind nach wie vor eine Black Box", stellt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW, fest und fordert von der Landesregierung eine realistische Kostenschätzung zur Inklusion. "Bisher ist die Landesregierung diese Schätzung schuldig geblieben." Die Menschen in NRW hätten einen Anspruch darauf, zu wissen, was dieses gesellschaftlich so wichtige Projekt wirklich kostet, so der VBE-Vorsitzende.

23.01.2013 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

"Die gestrigen Aussagen von Schulministerin Sylvia Löhrmann haben uns in dieser Hinsicht nicht grundsätzlich weitergebracht", kritisiert Beckmann. Es sei für Eltern und Schulen unabdingbar, das Gefühl der Sicherheit zu haben, wenn es um die Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf geht. "Eltern müssen z. B. auch wissen, wie die Fahrkostenfrage konkret gelöst wird", fordert Beckmann.

Die Frage der Fahrtkosten sei in der Gesamtdiskussion allerdings nur ein kleiner Aspekt, so Beckmann. Viel drängender müsste geklärt werden, wie z. B. die dringend benötigten Sonderpädagogen in ausreichender Zahl zeitgerecht an inklusiv unterrichtende Regelschulen gebracht werden sollen: "Hierzu präsentiert die Landesregierung bisher weitgehend nur Notlösungen. Mit jedem Tag, an dem Eltern und Lehrer nicht wissen, wie das Projekt geschultert werden soll und an dem gleichzeitig die Eltern von Kindern mit Behinderung vor der Schultür stehen und ihren Rechtsanspruch auf Beschulung an den allgemeinbildenden Schulen deutlich machen, wächst die Unruhe in den Schulen. Lehrerinnen und Lehrer sagen ´Ja` zur Inklusion, aber sie wollen so darauf vorbereitet sein, dass sie allen Kindern gerecht werden können", betont Beckmann.

Gemeinsam mit anderen Lehrergewerkschaften und den kommunalen Spitzenverbänden in NRW hat der VBE sich vergangene Woche (17.01.13) klar zu höheren Finanzmitteln für die Inklusion bekannt: Neben den Sonderpädagogen, Fortbildungen für Regelschullehrer und Schulsozialarbeiter bedürfe es aber auch einer umfassenden Hardware, stellt Beckmann klar: "Die schulische Inklusion wird scheitern, wenn wir nicht die richtigen Lehr- und Lernmittel oder genügend sogenannter Differenzierungs- und Auszeiträume haben."

Die Fragen, die die CDU im Rahmen ihres heute im Landtag eingebrachten Antrags stellt, bedürfen dringend der Klärung.


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