VBE: Mehr Lehrkräfte für Baden-Württemberg
Angesichts der Qualitätsoffensive Bildung der Landesregierung freut sich der Verband Bildung und Erziehung (VBE), dass nach vielen für die Bildungspolitik mageren Jahren endlich positive Signale im Bildungsbereich ausgesandt werden. Dass die bereits ausgebildeten jungen Lehrkräfte im kommenden Jahr bessere Einstellungschancen erhalten, freut den VBE-Junglehrervertreter Thomas Steuber (Freiburg) ebenfalls. Ein Wermutstropfen ist es allerdings, dass die Mehrzahl der Neueinstellungen in den Gymnasien und beruflichen Schulen erfolgen. Angesichts zurückgehender Schülerzahlen in den niederen Klassenstufen sei dies zwar erklärbar, aber es könne nicht wegdiskutiert werden, so Steuber, dass auch im Grund-, Haupt- und Realschulbereich mit 31 bis 33 Schülern viel zu große Klassen existieren, die einem erfolgreichen Lernen sicherlich nicht förderlich seien.
21.11.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergAngesichts der VBE-Beschlusslage, im Land Baden-Württemberg keine Klassen über 22 Schülern zuzulassen, gehe auch die Absenkung der Klassenstärken bei der Qualitätsoffensive zu langsam voran. In den nächsten 2 Jahren reduziert sich die rechnerische Klassenstärke in den Grundschulen nicht, in den Haupt- und Realschulen (HR) pro Schuljahr um je einen Schüler pro Schuljahr. Dies erfordere landesweit 630 Lehrkräfte mehr, wobei 300 den Haupt- und Realschulen zugewiesen werden.
Im Jahr darauf werden von 1 180 Neueinstellungen nur 380 im HR-Bereich vorgenommen. Damit eröffneten sich zwar zusammen mit den Pensionierungen neue Einstellungschancen für junge Lehrerinnen. Der entscheidende Durchbruch fehle allerdings, so Steuber, denn die Landesregierung nehme mit diesem Programm auch einen Vorgriff auf die Zeit vor, die nach den nächsten Landtagswahlen liegen. Niemand könne erahnen, wie dann die politischen Konstellationen aussähen und ob dann die Qualitätsoffensive angesichts der Wirtschaftslage fortgeführt werden könne.
Wenn man in der aktuellen Politik beobachte, wieviel Geld trotz des Gejammers der Politiker spontan ausgegeben werden könne (Schloss Salem, Verteuerung Stuttgart 21 usw.), so falle es den einstellungswilligen jungen, ausgebildeten Lehrkräften schwer zu glauben, dass bei der Qualitätsoffensive kein größerer Wurf erreichbar gewesen sei.
Verband Bildung und Erziehung (VBE)
Landesbezirk Südbaden
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