VBE: Musik spielt an vielen Schulen nicht einmal die zwei­te Geige

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg versteht den jetzt von den Musikhochschulen deutlich artikulierten Unmut über die meist nicht nur gefühlte Unterbewertung des Faches Musik an Grund- und Hauptschulen und möchte der Musik im Unterricht ebenfalls eine höhere Bedeutung zukommen lassen. Der VBE will diese Aufwertung jedoch auch auf Kunst und Sport ausgedehnt wissen, da im Schlagschatten internationa­ler Vergleichsstudien diese nicht so "verkopften" Fächer gern als zweitran­gig eingestuft und daher deutlich aus dem Fokus des allgemeinen Interesses gerückt werden.

15.11.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Nach der Bildungsplanreform 2004 sind in der Grundschule Musik, Kunst und Handarbeit im Fach "MeNuK" (Mensch, Natur und Kultur) aufgegangen. In der Hauptschule wurden Musik, Sport und Kunst zum Fächerverbund "MSG" zu­sammengefasst. Somit gibt es nach der Einführung der neuen Bildungspläne die Fächer Musik und Bildende Kunst an Grund- und Hauptschulen überhaupt nicht mehr.

Da die Musik in den Fächerverbünden aufgegangen oder - je nach Standpunkt - untergegangen sei, lasse sich jetzt auch der Bedarf an professionellen Musikpäd­agogen amtlicherseits besser kaschieren, moniert der VBE-Sprecher. Aus gutem Grund sei das Fach Musik weder an der Realschule noch am Gymnasium vom Stundenplan verschwunden, da grundsätzlich ein solides Basiswissen notwendig sei, bevor man interdisziplinär arbeiten könne.

Völlig unverständlich ist, dass trotz neuem Fächerverbund seit 2006 wieder die beste Note aus Musik, Sport und Kunst (von Fächern, die es nun eigentlich gar nicht mehr gibt!) im Hauptschulzeugnis ausgewiesen werden muss und nur die­ser Teilbereich der Gesamtnote versetzungsrelevant ist.

Schon seither galten Musik, Sport und Bildende Kunst aus Sicht vieler lediglich als schmückendes Beiwerk, als Erholung für die vom "richtigen" Lernen in den Hauptfächern gestressten Schüler. Das Bündeln zu Fächerverbünden habe die­sen Trend verstärkt, auch wenn in der Summe keine einzige Stunde gegenüber der alten Stundentafel verloren gegangen sei, beklagt der VBE-Sprecher. Der musisch-ästhetische Bereich habe aber an den meisten Schulen weiter an Be­deutung verloren und das mache diese spürbar ärmer.


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