VBE: Privatschulen sind immer mehr Konkurrenz für öffentliche Schulen
Eltern, die ein besonderes Interesse an der Bildung und Erziehung ihrer Kinder haben, lassen staatliche Einrichtungen eher links liegen und bevorzugen Privatschulen. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sieht mit großer Sorge, dass öffentliche Schulen in Konkurrenz zu den privaten, was finanzielle Unterstützung und das Image anbelangt, fast immer nur zweiter Sieger sind. "Wer wirklich gute Schulen haben will, muss gutes Geld dafür investieren", so der Appell des VBE-Landeschefs, Rudolf Karg, an die politisch Verantwortlichen.
27.05.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDamit auch künftig gute und zeitgemäße Schularbeit geleistet werden könne, müssten alle Schulen personell, räumlich und materiell deutlich besser ausgestattet werden, fordert Karg. Fakt sei, dass Eltern Bildung für ihre Kinder immer mehr privat einkauften. Neben den vielen gut beleumundeten privaten Schulen übernehmen auch kommerzielle Nachhilfeinstitute verstärkt unterrichtliche, also eigentlich staatliche Aufgaben. "Ausreichende Stützkurse für Schwächere gibt es an den wenigsten Schulen im Land; Teilungsstunden bei übervollen Klassen kennen die meisten nur noch aus den Erzählungen, wie es früher einmal war", beklagt der Verbandsvorsitzende.
Bildungspolitik in Zeiten knapper Haushaltskassen dürfe nicht darauf hinauslaufen, dass es an den Schulen lediglich Bildung "light" für alle gebe und sich finanziell besser gestellte Familien aus der eigenen Schatulle privat die Vollversion mit allen notwendigen Extras einkauften, warnt der VBE.
Im Bildungsbereich wird seit Jahren gespart: neben den fast schon regelmäßigen Unterrichtsausfällen sind übervolle Klassen bei schwieriger gewordenen Schülern mit viel zu wenig Stütz- und Fördermöglichkeiten für Leistungsschwächere bittere Realität. Der verballhornte Werbeslogan "Wir können alles - außer Bildung" dürfe kein Motto sein für das an Bodenschätzen arme Bundesland, dessen wichtigster Reichtum die Menschen sind, moniert Rudolf Karg. "Das öffentliche Schulwesen muss endlich so gut werden, dass es die Konkurrenz privater, von der Wirtschaft geförderter Einrichtungen nicht zu befürchten braucht, und Nachhilfeinstitute nicht mehr von seinen Mängeln profitieren können."
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