VBE: Reduzierung des Lehrbeauftragtenprogramms mitten im Schuljahr ist ein Armutszeugnis
Beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) lösen die angeordneten drastischen Kürzungen bei den Mitteln für Lehrbeauftragte an den Schulen Kopfschütteln aus. Für etliche Schulen bedeutet das das Aus für bereits laufende außerunterrichtliche Veranstaltungen sogar mitten im Schuljahr.
09.04.2010 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergDer VBE sieht seit Jahren die Diskrepanz zwischen den Reden der Politiker und der Realität an der Bildungsfront. Die Versorgung der Schulen mit Lehrerwochenstunden wird so geregelt, dass der Pflichtbereich (Stundentafel ohne Arbeitsgemeinschaften und Stütz- und Förderkurse) gerade noch abgedeckt werden kann; gleichzeitig sollen sich die Schulen mit Stunden aus dem Ergänzungsbereich ein Profil erarbeiten. Da es dafür immer weniger Stunden gibt, engagieren Schulen für ihr Schulprofil häufig sogenannte Lehrbeauftragte von außen. "Diese bieten ehrenamtlich verschiedene Aktivitäten für Schüler an und bekommen im Regelfall als Aufwandsentschädigung sieben Euro pro Schulstunde, wovon sie auch noch die Kosten für die An- und Abfahrt bestreiten müssen", erläutert der VBE-Sprecher die übliche Praxis an den Schulen.
Obwohl der VBE auch für die Freizeitpädagogik lieber voll ausgebildete Lehrkräfte an den Schulen haben möchte, sieht er es angesichts der finanziellen Notlage der öffentlichen Kassen als einen tragbaren Kompromiss an, dass bestimmte zusätzliche Aufgaben von "Amateuren" wahrgenommen werden. So haben viele Schulen Lehrbeauftragte als Experten für bestimmte Aufgaben verpflichtet, die Arbeitsgemeinschaften aus den Bereichen Sport, Kunst, Musik, Technik oder Heimatgeschichte anbieten. Da das Haushaltsjahr mit dem Schuljahr nicht deckungsgleich ist, bedeutet die angeordnete Kürzung für etliche Schulen das Aus für die Lehrbeauftragten noch im laufenden Schuljahr.
Auf Nachfrage des VBE hieß es aus einem Schulamt, da sei jetzt eben die Fantasie der Rektoren gefragt oder es müssten die Fördervereine der Schulen unterstützend einspringen. "Ein Land, das sich den Titel `Kinderland´ auf die Fahnen geschrieben und Bildung zum wichtigen Gut erklärt hat und dann nicht einmal den Lehrbeauftragten sieben Euro Aufwandsentschädigung überweisen kann, stellt sich damit ein Armutszeugnis aus", urteilt der VBE-Sprecher.
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