VBE sieht in der Tragikomödie "Neue Werkrealschule" einen blamablen bildungspolitischen Eiertanz
Da die Landesregierung nicht den Mut hatte, Zwerghauptschulen mit ganz wenigen Schülern zu schließen beziehungsweise zusammenzulegen, entzieht man vielen funktionierenden einzügigen Hauptschulen durch die Einführung der neuen Werkrealschule und unter Handlangerdiensten der Städte und Kommunen die Lizenz zum Arbeiten.
16.12.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergMögen leistungsstärkere Schüler möglicherweise noch ein wenig von der an den beruflichen Schulen orientierten Umstrukturierung profitieren, sind es doch vor allem schwächere Jugendliche, die durch die Umetikettierung der Hauptschule am Ende der neunten Klasse ihr Versagen bescheinigt bekommen, weil sie den auf sechs Jahre angelegten Bildungsgang Werkrealschule eben nicht bis zum Ende durchhalten können.
Während es bisher bei der Hauptschule mit Werkrealschule für Durchstarter die Möglichkeit gegeben hat, das zehnte Schuljahr draufzusatteln, müssen sich die künftig zu Werkrealschüler "umetikettierten" Hauptschüler nach dem neuen Konzept vorzeitig "abgehalftert" fühlen.
Ab dem nächsten Schuljahr wird es echte Werkrealschulen (mindestens zweizügig), geduldete auf Widerruf (einzügig mit 10. Schuljahr) und gefühlte Werkrealschulen (einzügige Hauptschulen ohne 10. Schuljahr) geben, die die Schüler alle nach dem gleichen Bildungsplan unterrichten.
Die Verwirrung wird noch größer, wenn man bedenkt, dass Grundschüler mit einer Werkrealschulempfehlung sich nicht an einer Realschule anmelden dürfen, aber Werkrealschüler mit entsprechend guten Noten nach dem Mittleren Abschluss in Klasse zehn wie "echte" Realschüler ein berufliches Gymnasium besuchen können….
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg kann diese bildungspolitische Tragikomödie nur noch als einen blamablen Eiertanz bezeichnen. Zukunftsweisende, professionelle Schulpolitik sieht anders aus.
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