VBE: Wichtiger als einheitliche Schulbücher wären neue Schulbauförderrichtlinien

Wichtiger als die Forderung nach einheitlichen Schülerbüchern wäre es, endlich die völlig veralteten Richtlinien für Schulbauten zu modernisieren, behauptet der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Rudolf Karg. Mit den Schulbauförderrichtlinien der Nachkriegszeit könne man kaum modernen Unterricht von heute machen.

31.07.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Wer Schule pädagogisch voranbringen will, dürfe sich nicht nur um Schülerbü­cher, Bildungspläne und Lehrerfortbildung kümmern, sondern müsse auch aus bisweilen museal anmutenden Klassenräumen moderne Lernwerkstätten ma­chen. Dabei sei vor allem viel Platz zum Lernen von Nöten, moniert Karg. Es sei nicht nur notwendig, die neuesten bautechnischen Vorschriften für Unfall­verhütung und Brandschutz bei den Schulgebäuden zu berücksichtigen und um­zusetzen, sondern auch die Größe und Ausgestaltung der Klassenzimmer, wie es moderner Unterricht erfordert. Wer Bildung für das 21. Jahrhundert anbieten will, dürfe sich nicht mit Klassenzimmern begnügen, die zu Kaisers Zeiten als ausreichend galten. Selbstverantwortetes Lernen, verstärkte Arbeit in Gruppen und Projekten, jahrgangsgemischter Unterricht mit persönlich zugeschnittenen Lehrplänen, Werkstattarbeit, Wochenpläne und vielfältige Ganztagsangebote er­fordern mehr Platz in den Klassenzimmern, mehr Räume zum Ausweichen und Möglichkeiten, auch individuelle Lerntheken einrichten zu können.

"Bei höchstens 66 Quadratmetern Klassenzimmerfläche für bis zu 33 Schüler ist die räumliche Freiheit seither für die Lernenden nicht allzu groß ausgefallen", beklagt der VBE-Vorsitzende. Es wäre sicher nicht ganz passend, Vergleiche zur Käfighaltung zu ziehen, trotzdem mache sich die Gesellschaft oft mehr Ge­danken über den Platz, den Tiere zur Verfügung haben sollen, als über die räumlichen Bedingungen, unter denen Schüler lernen müssen. Natürlich weiß auch der VBE, dass größere und mehr Räume entsprechendes Geld kosten. Man könne aber in der Bildungs­politik nicht nur an "kostenneutralen" Schrauben drehen, um einen durchschlagenden Erfolg zu erzielen. "Ein Bildungsreform, die nichts kostet, gibt es nicht", so der VBE-Chef.


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