VBE widerspricht dem Gemeindetag: Eine Schule kann man nicht effektiv auf Abruf leiten
Anders als der Gemeindetag sieht der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg kein zusätzliches Motivationspotenzial für angehende Rektoren, wenn Schulleitungsstellen künftig zeitlich befristet werden würden. Für die Forderung nach einer besseren Besoldung der Führungskräfte im Schuldienst bekommt der Gemeindetag jedoch die volle Unterstützung des VBE.
08.12.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-WürttembergEs sei in letzter Zeit immer schwieriger geworden, geeignetes Führungspersonal im Schulbereich zu finden. Für eine "nachhaltige" positive Schulentwicklung benötige ein Rektor neben der äußeren Unabhängigkeit sehr viel Zeit, versichert VBE-Chef Rudolf Karg. Eine Schule könne man nicht effektiv "auf Abruf" leiten, denn Rektoren seien keine Lehrer, die mal so nebenher ein bisschen die Schule führten. Rektoren benötigten neben einer soliden Aus- und Fortbildung in Personalführung, Rechts- und Haushaltsfragen sowie Schulmanagement die Sicherheit, kontinuierlich an ihren Aufgaben arbeiten zu dürfen. Um die innere Schulentwicklung im notwendigen Umfang voranzutreiben und die permanent wachsenden Aufgaben im pädagogischen und administrativen Bereich erfolgreich erledigen zu können, dürfe ein Schulleiter nicht durch eine zeitliche Limitierung der Berufung eingeengt werden, so Karg. Insofern sei auch das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichtes gegen eine Befristung der Leitungszeit sehr zu begrüßen.
Eine zeitliche Begrenzung der Leitungsfunktion würde potenzielle Bewerber eher abschrecken als motivieren und ließe neuen Rektoren obendrein zu wenig Raum, die Schule positiv voranzubringen, unterstreicht der VBE-Chef. Um mögliche Fehlbesetzungen korrigieren zu können, gebe es bereits eine zweijährige Probezeit, die deutlich länger sei als in anderen Berufssparten. Sollte sich in dieser Zeit die neue Schulleitung bewährt haben, könne man davon ausgehen, dass diese auch künftig zum Wohle der Schule arbeiten werde, sagt Karg.
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