VBE will nicht nur die "Demo-Version" für Schüler

Zu Beginn des neuen Schuljahres fordert der Verband Bildung und Erzie­hung (VBE) Baden-Württemberg wirklich ausreichende Lehrerstellen. Ausreichend heißt nicht, so VBE-Chef Rudolf Karg, dass "lediglich der Pflichtbereich abgedeckt ist", ausreichend müsse heißen, dass Schwächere dauerhaft angemessen gefördert werden können und dass gute Schule mehr bedeute, als nur auf Klassenarbeiten zu pauken.

05.09.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Die meisten Schulen haben von Schuljahr zu Schuljahr weniger Hoffnung auf wirklich ausreichende Lehrerstunden, um schwächere Kinder und Jugendliche erfolgreich fördern zu können, stellt VBE-Landeschef Rudolf Karg mit Verbit­terung fest. Die Klassenlehrerstunde zur Aufarbeitung von Schülerproblemen außerhalb des regulären Unterrichts sei bis heute ein Wunschtraum geblieben. Arbeitsgemeinschaften und Projekte im Rahmen des Erweiterten Bildungsange­bots (EBA) - einstmals das Aushängeschild der Hauptschule (!) - seien wegen fehlender Lehrerstunden an den meisten Schulen zur Bedeutungslosigkeit ver­kommen. Der Klassenteiler ist nach Auffassung des VBE mit 33 Schülern noch immer pädagogisch unverantwortlich hoch. In Pisa-Vorzeigeländern werde in wesentlich kleineren Lerngruppen gearbeitet. Mehr Ganztagesschulen, Sprach­förderung für ausländische und deutsche Kinder, eine engere Kooperation mit den Kindergärten, die Integration behinderter Schüler in Regelschulen, Tei­lungsstunden in "praktischen" Fächern, Zeit für Schulentwicklung und eine sichere Lehrerreserve für Krankheitsvertretungen erforderten viele, viele Päda­gogenstunden. "Den Blickwinkel bei der Versorgung der Schulen lediglich auf den Pflichtbereich zu lenken, ist fatal", so Karg. Es dürfe nicht sein, dass es für die Mehrheit der Schüler aus Kostengründen lediglich eine "Demo-Version" von Bildung gebe und sich finanziell besser gestellte Familien die Vollversion privat einkauften. Der Run auf Privatschulen belege, wo Eltern die besseren Chancen für ihre Kinder sehen. Dass auch der Ministerpräsident seinen Sohn lie­ber in einer Privatschule als im öffentlichen Schulwesen sieht, sei Anti-Werbung für die baden-württembergischen Schulen, so Karg.


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