VBE zum Schulbuch-Test der Stiftung Warentest: Fehler nicht dramatisieren

"Fehler in Schulbüchern müssen selbstverständlich von Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht angesprochen und korrigiert werden", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Darüber hinaus sind aber Schulbücher nicht die einzigen didaktischen Mittel, die im Unterricht eingesetzt werden."

27.09.2007 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Guter Unterricht zeichnet sich u. a. auch dadurch aus, dass Lehrerinnen und Lehrer unterschiedliche Medien und Quellen heranziehen. Dass das Schulbuch das einzige Medium ist, in dem jeden Tag sozusagen eine Seite weitergeblättert wird, entspricht nicht dem Berufsverständnis von Lehrerinnen und Lehrern.

"Wer fachwissenschaftlich gut ausgebildet ist, bemerkt darüber hinaus sachliche Fehler sowie verzerrte oder einseitige Darstellungen in Schulbüchern und thematisiert diese auch", so Beckmann weiter. "Deshalb ist es auch so wichtig, dass an allen Schulen ausreichend Fachlehrerinnen und –lehrer vorhanden sind."

Schulen haben immer die Auswahl zwischen unterschiedlichen Büchern. Sie können indirekt Einfluss auf deren Qualität nehmen, indem sie didaktisch schlecht aufbereitete oder sachlich nicht korrekte Darstellungen nicht benutzen. Diesen Einfluss sollten sie auch gezielt nutzen.

"Das Schulbuch ersetzt ohnehin nicht die Lehrerin oder den Lehrer", so Beckmann abschließend. "Deren didaktische und pädagogische Verantwortung ist es, Fakten korrekt zu vermitteln und Sachverhalte ausgewogen darzustellen. Zu dieser pädagogischen Verantwortung gehört natürlich auch, alle Medien vor ihrem Einsatz im Unterricht kritisch zu prüfen."


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