VBE zur Debatte über Kopfnoten: Kritik nicht ignorieren

"Der VBE fordert die Landesregierung auf, die von Schülern, Eltern und Lehrern inzwischen deutlich geäußerte Kritik an den Kopfnoten nicht einfach zu übergehen", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW. "Hier ist keine Augen zu und durch-Mentalität, sondern eine kritische Bestandsaufnahme gefragt."

20.12.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Zurzeit wird in den Schulen viel über dieses Thema diskutiert, weil das Schulhalbjahr sich dem Ende zuneigt und Lehrerinnen und Lehrer zum ersten Mal an den Handreichungen orientierte Kopfnoten vergeben müssen. Viele Lehrerinnen und Lehrer halten es für schwierig bis unmöglich, das Arbeits- und Sozialverhalten von Kindern und Jugendlichen in Notenform zu beurteilen.

"Die Landesregierung sollte sich mit dieser Kritik aus der Praxis auseinandersetzen und nicht einfach stur bei der einmal gefällten Entscheidung bleiben", so Beckmann weiter. "Schließlich sind es die Lehrerinnen und Lehrer, die tagtäglich mit Kindern umgehen."

Dass Kopfnoten ein angemessenes Instrument sein sollen, um "Schülern soziale und persönliche Kompetenzen zu vermitteln", wie von der bildungspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion behauptet, hält der VBE für eine Fehleinschätzung der Situation.

"Noten sind nicht dazu da, um Kindern oder Jugendlichen etwas zu vermitteln, sondern um das zu beurteilen, was ihnen vorher vermittelt wurde", so Beckmann weiter. "Auch Kopfnoten sind kein Mittel der Vermittlung, sondern ein Mittel der Bewertung."

Der VBE fordert die Landesregierung zum ergebnisoffenen Dialog mit allen an Schule Beteiligten über das Thema "Kopfnoten" auf.

"Die offenkundig vorhandene Unzufriedenheit mit diesem Instrumentarium zu ignorieren, führt zu noch mehr Unzufriedenheit und kann letzten Endes auch Formen von Sabotage nach sich ziehen, die sich ja bereits andeuten", so Beckmann abschließend.


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