Viele wissen, wie man Schule besser machen kann, die wenigsten wollen aber wirklich mit den Lehrern tauschen
Auch wenn manche mit Vorliebe über Lehrer schimpfen, immer nach längeren Ferienblöcken wissen Millionen Mütter und Väter, was sie an den Pädagogen haben: wenn wieder Schule ist, die Kinder einem geregelten Tagesablauf unterworfen, gut aufgehoben und verlässlich betreut sind sowie Aufgaben bekommen, die sie unter Aufsicht selbständig erledigen dürfen.
04.10.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg"Eigentlich müsste man den Weltlehrertag gleich nach den Sommerferien begehen", so der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), die Ferien seien jedoch weder der Lage noch der Länge nach überall gleich. Außerdem habe die Unesco den 5. Oktober dafür auserkoren. Erst vor 13 Jahren wurde der Weltlehrertag ins Leben gerufen.
Wer die Arbeit der Lehrer das ganze Jahr über wertschätzt, benötigt nach Auffassung des VBE keinen Weltlehrertag, um daran erinnert zu werden, wie wichtig die Tätigkeit der Pädagogen für die Gesellschaft ist. Auf der einen Seite erwartet diese Gesellschaft, dass die Schule alle Missstände aufarbeitet und möglichst beseitigt, auf der anderen Seite traut man dies den Lehrkräften im Grunde gar nicht zu. Mit großer Ausdauer schimpft man immer wieder öffentlich auf die angeblich zu faulen Lehrer, findet sie zu gut bezahlt, zu wenig aus- und fortgebildet, überaltert, ausgebrannt oder einfach nur zu weiblich. Jeder fühlt sich berufen, aus eigener leidvoller oder auch positiver Erfahrung sein Urteil über die gesamte Lehrerschaft zu fällen; haben doch in der westlichen Welt fast alle über Jahre hinweg das öffentliche Schulwesen durch den gesetzlich vorgeschriebenen Selbstversuch - allgemeine Schulpflicht genannt - kennengelernt. "Die meisten Menschen beneiden die Lehrer um den vermeintlich bequemen Halbtagesjob mit den scheinbar verschwenderisch vielen Ferientagen; die wenigsten wollen aber wirklich mit den Pädagogen tauschen", weiß der VBE-Sprecher.
Immer gegen Ende einer längeren Ferienperiode wüssten es Alleinerziehende und Eltern in der Regel zu schätzen, dass der Unterricht wieder beginnt, die Kinder morgens aus dem Haus gehen und alles - wie gewohnt - in geordneten Bahnen verläuft. Da spürten selbst die größten Kritiker tief im Innern, was sie an der Schule und den Lehrern haben. Ein Weltlehrertag wäre dann eigentlich gar nicht mehr so nötig, versichert der VBE-Sprecher.
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