Nordrhein-Westfalen

Weiterentwicklung der Qualitätsanalyse an den Schulen

Nachdem schon knapp die Hälfte aller Schulen in NRW Besuch von Qualitätsprüfern bekommen hat, zieht Schulministerin Sylvia Löhrmann Bilanz und legt eine Neuausrichtung der Qualitätsanalyse vor. Die GEW begrüßt diese Neujustierung, die auch den bislang betriebenen Aufwand deutlich reduziert, befürchtet aber, dass die von den Schulen eingeforderte Unterstützung nicht im gewünschten Umfang angeboten werden kann.

16.07.2013 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Empfehlungen zur Selbstevaluation reichen nicht", bemerkte GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer zu den heute von Schulministerin Löhrmann und Prof. Dr. Hans Anand Pant, Direktor des IQB, vorgestellten Leitlinien für die Qualitätsanalyse. Fazit der GEW-Vorsitzenden: "Wir brauchen mehr Personalressourcen, bessere Rahmenbedingungen und weitere schulinterne Fortbildungstage, damit die Schulen konkrete Unterstützung erhalten."

Schäfer verwies auf eine Studie des emeritierten Bildungsforschers Prof. Dr. Klaus Klemm, der kürzlich in einem Gutachten für die Max-Traeger-Stiftung einen Personalbedarf von zusätzlich rund 4.000 Vollzeitstellen für die Flankierung der Schul- und Unterrichtsentwicklung in NRW errechnet hat, einschließlich einer Sockelzuweisung für kleine Schulen im Umfang von 60 Stellen.

Flankiert und unterstützt werden müsse, so Schäfer abschließend, die Schul- und Unterrichtsentwicklung durch das Landesinstitut für Schule/Qualitätsagentur in Soest. Dazu seien dort Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erforderlich, die nicht auf dem Wege von Abordnungen, sondern zusätzlich gewonnen werden müssen. Im Gutachten Klemms wird der Bedarf auf 50 Stellen beziffert.

Ressourcen für systemische Schulentwicklung

Bereits 2011 hatte die GEW in ihrem "Bochumer Memorandum" gefordert: "Ab 2014 sollen die Schulregionen in NRW durch zusätzliche Ressourcen und den weiteren Umbau der Schulaufsicht in die Lage versetzt werden, ein schulnahes, umfassendes und gut qualifiziertes Unterstützungssystem für Schul- und Unterrichtsentwicklung aufzubauen."

Für folgende Aufgaben müssen nach Auffassung der GEW Entwicklungskapazitäten vorgehalten werden:

  • Verankerung von Steuerungsgruppen für eine ganzheitlich angelegte Schulentwicklung,
  • Etablierung von Unterstützungsangeboten für Fachschaften, Jahrgangs- und Stufenkonferenzen durch innerschulische Fachberatung und von externen Experten,
  • Aufbau von Evaluationskompetenz in den Schulen.

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