Welche Rolle spielen Luftreiniger im Klassenzimmer?
In vielen deutschen Schulen stehen seit der Pandemie Luftreiniger. Diverse Studien belegen ihre Wirksamkeit und die gesundheitlichen Vorteile für Kinder und Lehrende – auch in post-pandemischen Zeiten. Die Gründe dafür erfahren Sie hier.
02.05.2023 Bundesweit Pressemeldung VersuniAllergien und Asthma
30 Schüler*innen und eine Lehrkraft auf 90 m2 … und jede Menge Allergene, Feinstaub, Viren und Bakterien. Das ist Alltag in deutschen Klassenzimmern. Selbst wenn regelmäßig die Fenster geöffnet werden – was vor allem bei kühlen Temperaturen häufiger vernachlässigt wird – reicht das nicht aus, um eine gesunde Luftqualität in Klassenräumen zu gewährleisten.
Viren und Bakterien werden zwar durch Lüften entfernt, allerdings finden andere Schadstoffe in Form von Feinstaub und Allergenen wie Pollen ihren Weg hinein. Sie gesellen sich zu den bereits im Zimmer befindlichen Erregern wie Hausstaub, Schimmelpilzen und Haustierhaaren. Deren Eindringen in die Lunge hat negative Auswirkungen auf Gesundheit und Konzentrationsfähigkeit – bei Kindern und Jugendlichen zählen Allergien sogar zu den häufigsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Laut der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring des Robert Koch-Instituts leiden allein 8,8 % der deutschen Kinder an Heuschnupfen.1 Der Klimawandel verschärft solche Allergien: Die Pollensaison verlängert sich seit Jahren kontinuierlich durch eine frühere Blüte und längere Pollenflugzeiten.2 Prof. Dr. Torsten Zuberbier, Direktor des Instituts für Allergieforschung und Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung ECARF, erklärt: „Eine große Kohortenstudie in England hat gezeigt: Ein Kind mit unbehandeltem Heuschnupfen hat eine 40-prozentig größere Wahrscheinlichkeit – im Vergleich zu pollenfreien Zeiten –, eine Schulnote abzufallen […].“3
Feinstaub
Fensterlüften verbessert zunächst die Atemluft im Raum – gleichzeitig gelangt jedoch Feinstaub,4 der etwa durch Heizen, Landwirtschaft und Straßenverkehr entsteht, hinein. Die ultraleichten Partikel sinken nicht sofort zu Boden, sondern schweben eine gewisse Zeit in der Luft und können – je nach Größe – bis in den menschlichen Blutkreislauf vordringen. Feinstaubpartikel verursachen Entzündungen im Körper, die über Monate und Jahre hinweg zu Asthma, verringertem Lungenwachstum, Bronchitis und sogar Lungenkrebs führen können. Genauso wie Allergien stellt Feinstaub vor allem für Kinder eine besondere Belastung dar, weil sie im Verhältnis zu ihrer Körpergröße mehr Luft einatmen als Erwachsene und ihre Lunge noch nicht ausgewachsen ist. Menschen mit vorgeschädigten Atemwegen, etwa durch Asthma oder eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), reagieren ebenfalls besonders empfindlich auf Feinstaub.5 Uwe E. Berger MBA, Leiter des Österreichischen Pollenwarndienstes und des European Aeroallergen Network, ist überzeugt: „Der schadstoffbeladenen Luft im Freien ist nicht auszuweichen. Allerdings können wir den Innenbereich möglichst allergenarm und schadstofffrei gestalten.“6 Diesem Zweck dienen Philips Luftreiniger, die 99,97 %7 der in der Luft befindlichen Partikel bis zu einer Größe von 0,003 µm – kleiner als das kleinste bekannte Virus – sowie Bakterien, Allergene, Ruß und Staub filtern.
Infektionsrisiken
Forschende des Instituts für Atmosphäre und Welt der Goethe-Universität Frankfurt am Main und des renommierten Fraunhofer-Instituts WKI Braunschweig haben die Wirkung von Luftreinigern in den letzten Jahren anschaulich wissenschaftlich belegt. Die Ergebnisse der Frankfurter Studien ergaben: In einem fensterbelüfteten Klassenraum ohne Luftreiniger kann eine Person theoretisch doppelt so viele Erreger einatmen wie im gleichen Zimmer mit Luftreinigern – was den Unterschied zwischen Infektion und Nichtinfektion bedeuten kann. Der Langzeittest über sechs Monate zeigte zudem, dass auch bei konstanter Benutzung und ohne Filterwechsel der Aerosolgehalt der Luft durch Philips Luftreiniger innerhalb von 20 Minuten um 85 bis 95 % reduziert wird.8 Das WKI Braunschweig kam im Vergleich mehrerer Luftreinigungsmaßnahmen unter Laborbedingungen sowie in einer Klassenzimmersimulation mit viralen und non-viralen Aerosolen zu dem Ergebnis: Im Durchschnitt verringerten Luftreiniger die Viruskonzentration innerhalb von 30 Minuten um 90 %.9
Diese Studien bestätigen also die Wirksamkeit von Luftreinigern – auch über eine längere Zeit und in der alltäglichen Praxis.
Energieverbrauch und Lautstärke
Befürchtungen, Luftreiniger seien nicht energieeffizient, sind zudem mittlerweile widerlegt. Mobile Luftreiniger haben im Schnitt einen Energieverbrauch von 15 Watt – das entspricht dem Einsatz einer Energiesparlampe.10 Mobile Philips Luftreiniger haben zudem bei durchgängig etwa konstanter Leistung einen bis zu fünfmal geringeren Stromverbrauch als die ebenfalls getesteten Industrieluftreiniger.11
Zudem konnten die Frankfurter Studien die Praktikabilität von Luftreinigern im Schulalltag feststellen: Bei Befragungen der Lehrkräfte und Lernenden sowie durch Lautstärkemessungen kam heraus, dass die Luftreiniger mehrheitlich als nicht störend wahrgenommen wurden, solange sie nicht auf maximaler Stufe liefen.12 All diese Erkenntnisse sprechen dafür, mobile Luftreiniger auch weiterhin in deutschen Schulen einzusetzen, um eine angenehme, gesundheitsfördernde Lehr- und Lernatmosphäre zu schaffen.
1 Thamm et al. „Allergische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Querschnittergebnisse aus KiGGS Welle 2 und Trends.“ In: Journal of Health Monitoring. 3:3 (2018). 3-18. https://edoc.rki.de/handle/176904/5765.
2 Vgl. https://www.bmuv.de/themen/gesundheit-chemikalien/gesundheit/gesundheit-im-klimawandel/klimawandel-und-pollenallergien.
3 Philips PR-Stammtisch: https://www.philips.de/a-w/about/news/archive/standard/news/2022/202205-philips-pr-stammtisch-thema-luftqualitaet.html.
4 Teilchen zwischen 10 und 0,1 μm.
5 Umwelt Bundesamt. „Warum ist Feinstaub schädlich für den Menschen?“ 27.08.2021. www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/warum-ist-feinstaub-schaedlich-fuer-den-menschen.
6 Philips PR-Stammtisch. https://www.philips.de/a-w/about/news/archive/standard/news/2022/202205-philips-pr-stammtisch-thema-luftqualitaet.htm.
7Aus der Luft, die den Filter passiert, getestet mit NaCl-Aerosol durch IUTA gemäß DIN71460-1.
8 Granzin et al. „Long-term Filter Efficiency of mobile Air Purifiers in Schools.“ In: Aerosol Science and Technology. 57/2 (2023). 134-152. https://www.philips.de/a-w/about/news/archive/standard/news/2023/202303-infektionspraevention_ohne_schulschliessungen.html
9 Uhde et al. „Effectiveness of air-purifying devices and measures to reduce the exposure to bioaerosols in school classrooms.“ In: Indoor Air. 32:8 (2022). e13087. https://www.philips.de/a-w/about/news/archive/standard/news/2023/202301-wirksamkeit-von-philips-luftreinigern.
10 Durchschnittliche Einstellung der mobilen Philips Luftreiniger in der Air+ App. Vgl. https://www.philips.de/a-w/about/news/archive/standard/news/2022/202209-philips-themensheet-ecarf-und-energiesparen.html.
11 Granzin et al. (2023).
12 Curtius et al. „Testing mobile air purifiers in a school classroom.“ In: Aerosol Science and Technology. 55: 5 (2021). 586-599. Vgl. https://aktuelles.uni-frankfurt.de/forschung/studie-zeigt-luftreiniger-beseitigen-90-prozent-der-aerosole-in-schulklassen/; Granzin et al. (2023).
Ansprechpartner
VersuniIsabelle Stremme
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