Wem hilft ein Ranking?

„Die heute vom Schulministerium veröffentliche Liste der bei den Lernstandserhebungen erfolgreichsten Schulen ist aus Sicht des VBE ein weiterer Schritt zu einem öffentlichen Ranking von Schulen“, erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). „Ein solches Ranking lehnt der VBE nach wie vor ab.“

18.01.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die Lernstandserhebungen waren ursprünglich als intern zu nutzende Rückmeldung für die Schulen gedacht, die diese für ihre Weiterentwicklung nutzen sollten. Mit dieser Veröffentlichung gilt das nicht mehr. Die Frage ist für uns, ob die Lernstandserhebungen in Zukunft als Grundlage für noch ausgefeiltere Ranglisten dienen sollen.

„Man fragt sich auch, ob der Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Liste zufällig gewählt worden ist“, so Beckmann weiter. „Da in zwei Wochen die Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen beginnen, darf man annehmen, dass es sich hier nicht um einen Zufall handelt.“

Der kleine Koalitionspartner hat immer wieder erklärt, mit öffentlichen Rankings den Wettbewerb zwischen den Schulen anstacheln zu wollen. Dieses Ziel hat er offenbar inzwischen erreicht.

„Auffallend ist an dieser Liste, dass kaum Schulen aus den sozialen Brennpunkten der Ballungsräume vertreten sind“, so Beckmann weiter. „Daraus kann man aber doch wohl kaum schließen, dass es solche Schulen in diesen Räumen nicht gibt.“

Die Landesregierung ist nach dieser Veröffentlichung aufgefordert, klar Position zu beziehen, ob die Lernstandserhebungen künftig vorrangig eine Datenbasis für Ranglisten sein oder den Schulen zur Selbstüberprüfung dienen sollen.

„Schulen verlieren das Vertrauen, wenn sie auf Rückmeldungen für ihre interne Weiterentwicklung hoffen und dann mit solchen Listen konfrontiert werden“, so Beckmann abschließend. „Vertrauensverlust kann aber nie ein Ansporn sein.“


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