Wolff: "Bulmahn streut den Menschen Sand in die Augen"

In der Debatte um Konsequenzen aus PISA II hat Kultusministerin Karin Wolff Bundesministerin Edelgard Bulmahn aufgefordert, sie solle aufhören "den Menschen Sand in die Augen zu streuen". Die von Bulmahn geforderte Strukturreform würde die Leistungsfähigkeit der deutschen Schulen nicht erhöhen. "Einheitsschule heißt Egalisierung auf mittlerem Niveau. Das kann beileibe nicht die Antwort auf PISA sein", sagte Wolff. "Während die einen Systeme zerschlagen wollen, denken wir daran, wie wir Kindern bestmöglich helfen können - und zwar hier uns jetzt."

07.12.2004 Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Bildung dürfe nicht von der Struktur, sondern vom Kind her gedacht werden. "Es geht um die persönliche und berufliche Entwicklung eines Menschen. Essentiell ist daher die Frage der frühen Förderung, um etwa Nachteile im Elternhaus auszugleichen, damit auch in sozial schwachen oder nicht deutschen Familien das schulische Lernen besser gelingt", so Wolff. Die Kultusminister der Länder seien auf dem besten Weg, weil sie gleich nach PISA I Maßnahmen eingeleitet hätten, die von der frühen Sprachförderung über die Festlegung von Bildungsstandards bis zur Reform der Lehrerbildung konsequent auf Qualitätsverbesserung im schulischen Lernen abzielten.

Wolff erinnerte daran, dass bei der nationalen Ergänzungsstudie zu PISA I Länder wie Bayern und Baden-Württemberg mit einem gegliederten Schulwesen mit Abstand die besten Resultate erzielt haben. Die Koordinatoren der PISA-Studien I und II in Deutschland, Baumert und Prenzel, hätten zudem erklärt, dass mit einem Umstülpen der Schulstruktur keine Leistungsverbesserungen zu erzielen seien. Sehr gute Lernleistungen erzielten danach sowohl Länder mit einem gegliederten Schulsystem wie die Niederlande als auch Länder mit einem integrierten System wie Finnland.


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