Ziel: Ausbildungsreife für alle Schüler

Mit Energie arbeitet das Bayerische Kultusministerium an der Umsetzung der Hauptschulinitiative. "Ziel meiner Initiative ist es", so Kultusminister Siegfried Schneider, "dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler die Hauptschule mit der Ausbildungsreife verlassen und mehr von ihnen als bisher den Mittleren Bildungsabschluss erwerben".

06.02.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Broschüre informiert über Hauptschulinitiative

Zur Hauptschulinitiative des Freistaats Bayern veröffentlicht das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus nun eine 24seitige Broschüre. Die Broschüre dient Eltern, Vertretern von Unternehmen und Lehrkräften als Information über diese weiterführende Schulart, die von rund 35 Prozent der bayerischen Schülerinnen und Schüler besucht wird.

Hauptschule orientiert sich stärker an Berufen

Der Minister entwickelt die Hauptschule zu einer stark berufsorientierten Schule weiter. Wichtige Bestandteile der Hauptschulinitiative sind eine weiter verbesserte individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler. Dies wird erreicht werden durch:

  • den Ausbau der Ganztagsklassen und offener Ganztagsangebote
  • drei berufliche Profile (Technik, Handwerk und Industrie; Wirtschaft, Handel und Dienstleistung; Gesundheit, Soziales und Hauswirtschaft)
  • eine gezielte Förderung der Kompetenzen der Schüler mit Hilfe von Modulen in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Englisch sowie im Lernfeld Arbeit-Wirtschaft-Technik
  • den Ausbau des Praxisbezugs
  • und die Stärkung der Sozialkompetenzen und des Arbeitsverhaltens.

Berufsvorbereitende Profile und Module für wichtige Fächer werden erprobt

Konkret erproben 21 Hauptschulen die drei berufsvorbereitenden Profile, an 26 Schulen werden konkrete Module für die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch sowie Arbeit-Wirtschaft-Technik erstellt. Hauptschulen, Vertreter von Unternehmen und die Agenturen für Arbeit setzen Projekte zur vertieften Berufsorientierung um. Die Zahl der Standorte der Ganztagsklassen an Hauptschulen wurde allein in diesem Schuljahr um 100 auf nun 162 erweitert. Im kommenden Schuljahr folgen 100 weitere.

Positive Reaktionen von Vertretern der Wirtschaft: Qualität der Bildung wird verbessert

Bei Vertretern der Wirtschaft ist das Konzept des Kultusministers auf fruchtbaren Boden gefallen. Im Juni haben die Verantwortlichen des Industrie- und Handelskammertages, des Handwerkstages, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft und Kultusminister Schneider einen Pakt Hauptschule - Wirtschaft unterzeichnet.
Prof. Erich Greipl, Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages zur Hauptschulinitiative: "Ziel der bayerischen Wirtschaft ist es, die Hauptschule attraktiver und leistungsfähiger zu machen und sie vor allem als eigenständige, berufsvorbereitende Schule zu erhalten. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn wir alle Kräfte bündeln und gemeinsam an einem Strang ziehen. Deshalb engagieren sich die bayerischen IHKs in der Hauptschulinitiative. Die bayerischen Unternehmen setzen nach wie vor auf den Fachkräftenachwuchs aus den Hauptschulen."
Heinrich Traublinger, MdL, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), erklärt: "Handwerk und Hauptschule sind traditionell wichtige Partner bei der Ausbildung junger Menschen zu qualifizierten Fachkräften. Im bayerischen Handwerk kommen rund zwei Drittel aller Lehrlinge aus der Hauptschule. Daher begrüßen und unterstützen wir ausdrücklich die von Staatsminister Siegfried Schneider initiierte Hauptschulreform. Wir sind überzeugt, dass durch sie die Schülerinnen und Schüler besser auf das Berufs- und Arbeitsleben vorbereitet werden."
Bertram Brossardt, Vizepräsident und Hauptgeschäftsführer der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., betont: "Wir unterstützen die Hauptschulinitiative und freuen uns, dass zentrale Forderungen der vbw zur Erhöhung der Bildungsqualität umgesetzt werden. Wir engagieren uns seit Jahren mit zahlreichen Projekten für die Hauptschule. Durch das Modellprojekt "Rhythmisierte Ganztagshauptschule" haben wir beispielsweise die Einführung der Ganztagshauptschulen in Bayern angeschoben. Klar ist, die Hauptschulinitiative wird sich an ihren Erfolgen messen lassen müssen. Nur wenn es gelingt, die Ausbildungsreife zu erhöhen und die Zahl der Jugendlichen ohne Schulabschluss zu halbieren, ist das Ziel erreicht."

Gemeindetagspräsident Dr. Brandl steht hinter der Hauptschulinitiative

Für den Präsidenten des Bayerischen Gemeindetags, Dr. Uwe Brandl, steht fest: "Ich stehe hinter der Hauptschulreform

  • weil sie Bildung in der Fläche sichert
  • weil sie die unterschiedlichen Begabungen der Kinder berücksichtigt
  • weil sie der Hauptschule ein modernes und zukunftsfähiges Profil gibt
  • weil sie die Chancen auf einen qualifizierten Ausbildungsplatz erhöht
  • weil sie ein konsequentes Ziel verfolgt: jedem einen Schüler einen Schulabschluss zu ermöglichen".

Zu beziehen ist die Broschüre "Hauptschulinitiative" über das Versendeamt des Kultusministeriums über www.km.bayern.de/publikationen oder Tel. 08921862260.


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