Fachtagung

Ziffernnoten sind ungerecht und erzeugen viel Druck

Notenvergabe, Zensuren und Zeugnisse sind in zunehmendem Maße nicht nur zu den Zeugnisterminen sondern das ganze Schuljahr hindurch Ursache für Stress und Aufregung in Schule und Elternhaus. In den Lehrerzimmern häufen sich die Klagen über den wachsenden Druck, der mit der Notenvergabe verbunden ist. Unterricht, so der Hinweis vieler Pädagogen, sei auf ständige Leistungsbewertung ausgerichtet.

29.02.2012 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

Eine Fachtagung der GEW und der Gemeinnützigen Gesellschaft Gesamtschule e.V. (GGG) geht der Frage nach, ob die traditionelle Benotungspraxis noch den modernen Ansprüchen einer pädagogischen Leistungsbeurteilung einer inklusiven Schule genügen kann.

"Lehrkräfte erleben allzu häufig, wie bei Schülerinnen und Schülern Neugier, Lernlust und Experimentierfreude, mit dem Recht dabei auch einmal Fehler machen zu können, auf der Strecke bleiben", weiß Dorothea Schäfer, Vorsitzende der GEW NRW, aus dem pädagogischen Alltag an den Schulen zu berichten. Lehrerinnen und Lehrer steckten vielfach in einem Dilemma und seien sich bewusst, dass Ziffernnoten den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler nicht ausreichend wiedergeben können, zumal die Zeit für eine angemessenere Leistungsbewertung häufig fehle.

An der heutigen Expertentagung an der Universität zu Köln "Ziffernnoten: Anreiz oder Leistungsbremse?" mit 350 Teilnehmenden ist auch der Staatssekretär der Schulministeriums, Ludwig Hecke, in der abschließenden Diskussionsrunde vertreten. In seinem einführenden Fachvortrag geht Prof. Dr. Georg Lind von der Universität Konstanz der Frage nach: "Brauchen wir Noten? Überlegungen zur Rollen von Fremdbeurteilungen und Vergleichsnoten in einer inklusiven, demokratischen Gesellschaft". In 15 Workshops werden auch hervorragende Beispiele aus Schulen und aus der Lehrerbildung vorgestellt, die neue Formen der individuellen Bewertung von Lernergebnissen seit langem praktizieren oder neu erproben.


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