Zöllner vereinfacht und beschleunigt Verfahren zum Personalmanagement bei Lehrkräften
Nach der Prüfung des Berichtes der Projektgruppe Lehrerzuweisung hat Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner beschlossen, das Personalmanagement deutlich zu beschleunigen und zu vereinfachen. Dazu wird eine verwaltungsinterne Projektgruppe beauftragt, im Laufe des Jahres neue Verfahren zu erarbeiten, die bereits bei der Einrichtung des Schuljahres 2008/2009 greifen sollen.
05.07.2007 Berlin Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und ForschungZiele sind,
- dass Schulen schon vor Beginn der Sommerpause wissen, mit welchem Personal sie ins neue Schuljahr gehen;
- einfachere und transparentere Verfahren zur Bedarfsermittlung und Zuweisung von Personalressourcen an die einzelnen Schulen zu entwickeln;
- die Einzelschulen stärker, frühzeitiger und kontinuierlicher an der Ermittlung des Bedarfs und allen Schritten der Bedarfsdeckung zu beteiligen.
Dabei sind die Kernpunkte der Vorschläge der Projektgruppe soweit wie möglich zu berücksichtigen:
- Der 1. Februar wird zum Stichtag für Planwerte zur Organisation des Schuljahres.
- Die Schule erhält Zugriff auf die sie betreffenden Daten.
- Bis April finden die Umsetzungen und Neueinstellungen statt.
- Um den Schulen mehr Möglichkeiten für gezielte Personalentwicklung zu geben, erfolgt der Ausgleich zwischen Bedarf und Bestand nicht mehr jährlich, sondern kann auch innerhalb von drei Jahren stattfinden. Diese Lockerung gibt den Schulen mehr Möglichkeiten für eine gezielte Personalentwicklung und der Schulaufsicht mehr Handlungsspielraum.
- Ressourcen, die zusätzlich zur Stundentafel vergeben werden (z.B. zur Sprachförderung, für Teilungs- und integrativen Unterricht), sollen zielgenauer eingesetzt und in ihrer Wirksamkeit evaluiert werden.
- Auf freiwilliger Basis sollen Schulen einen deutlich erhöhten Anteil der budgetierten Ressourcen – also der Ressourcen, die als Geldmittel und nicht als Stellen zugewiesen werden – bekommen.
- Um die Profilbildung zu stärken, wählen die Schulen bei Einstellungen und bei Umsetzungen selbstständig ihr Personal aus. Das gilt auch für Funktionsstellen von Fachbereichs- und Fachleitern.
Bildungssenator Zöllner dankte der Projektgruppe und vor allem dem Leiter Prof. Dr. Klaus Klemm (Universität Essen): "Die Experten der Projektgruppe haben es auf den Punkt gebracht: "Wir müssen den Schulen mehr Entscheidungs- und Handlungsfreiheit im Personalmanagement geben, damit sie ihre Lehrkräfte so einsetzen können, dass alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich individuell gefördert werden können. Der Bericht der Projektgruppe bestätigt diesen Berliner Weg. Diese Prinzipien sollen in den kommenden Jahren konsequent angewendet werden. Je eher und je einfacher die Berliner Schulen sich passende Lehrkräfte suchen können, desto größer ist die Chance, dass wir die besten Lehramtsabsolventen in Berlin halten können."
Um mittel- und langfristig ein modernes und effizientes Verfahren zur eigenverantwortlichen Schule zu entwickeln, soll die verwaltungsinterne Projektgruppe darüber hinaus die beiden folgenden Empfehlungen der Projektgruppe dahingehend prüfen, ob und wie sie umgesetzt werden können:
- Eine vollständig budgetierte Personalzuweisung auf Antrag von Schulen sowie
- die Erprobung von Arbeitszeitmodellen, die sich an der Jahresarbeitszeit der Lehrkräfte und nicht an der Zahl der wöchentlich zu erteilenden Unterrichtsstunden orientieren.
Der Projektbericht gliedert sich in insgesamt fünf Abschnitte. Dem Abschnitt über ´Auftrag und Arbeitsweise´ folgen solche über ´Die Ausgangslage: Das gegenwärtige Verfahren der Planung und Zuteilung´, über ´Schwachstellen der gegenwärtigen Praxis´ sowie ´Empfehlungen der Projektgruppe´, die in drei Unterabschnitten präsentiert werden: kurzfristig realisierbare Vorschläge zur ´Optimierung des bestehenden Systems´, perspektivisch angelegte Vorschläge zu ´nächsten Schritten´ sowie eher langfristig gedachte Vorschläge zur ´Lösung vom Deputatsmodell´ beim Einsatz der Lehrerinnen und Lehrer. Abgeschlossen wird der Bericht mit einem ´Materialanhang´, in dem einige wichtige Bezugsdaten des Berichts zusammen gestellt wurden.
Die Projektgruppe tagte zwischen dem 13. März und 20. Juni 2007 insgesamt sechsmal.
Der vollständige Bericht ist zu finden unter www.berlin.de/sen/bildung/bildungspolitik/.
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