Zu den Ergebnissen des PISA-Ländervergleichs

"Dass Sachsen im nationalen Vergleich inzwischen in allen Disziplinen vor Bayern liegt, zeigt uns, dass eine stärkere Zergliederung des Schulsystems keineswegs zu besseren PISA-Ergebnissen führt", kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann die heute vorgestellten Ergebnisse des nationalen Vergleichs von PISA 2006. "Interessanter als die jetzt vorgelegten Ranglisten werden aber die detaillierten Analysen sein, die sich mit der Kompetenzentwicklung der so genannten Risikoschüler beschäftigen."

18.11.2008 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Die nordrhein-westfälische Landesregierung sowie die sie tragenden Fraktionen argumentieren gerne, die Bildungsgänge müssten strikt getrennt bleiben, weil alles andere zur Nivellierung und Leistungsabfall führe.

"Das trifft aber offenbar für Sachsen nicht zu", so Beckmann. "Dort gab es seit der deutsch-deutschen Vereinigung nie eigenständige Hauptschulen, sondern immer die Mittelschule als zweite Säule neben dem Gymnasium. Angesichts dieser Ergebnisse muss sich die nordrhein-westfälische Landesregierung einmal mehr fragen lassen, warum sie so ausschließlich auf strikt getrennte Bildungsgänge setzt."

Unabhängig davon, dass sich der Anteil der Risikogruppe an der Schülerschaft leicht verringert hat, gilt es, die nordrhein-westfälischen Ergebnisse detailliert auszuwerten und den Blick insbesondere auf die Schülerinnen und Schüler zu richten, die nur die unterste Kompetenzstufe erreichen oder in ihren Leistungen noch darunter liegen.

Wenn weitere Verbesserungen erzielt werden sollen, geht das nicht, ohne den Fachlehrermangel in den Schulformen zu beseitigen.

"Wir werden keine Diskussion akzeptieren, die zum Ziel hat, die Bildungsstandards an den Hauptschulen zu senken. Es muss vielmehr darum gehen, für alle Kinder und Jugendlichen ein Lernumfeld zu schaffen, dass ihnen eine gute Lern- und Kompetenzentwicklung ermöglicht. Dies wird nicht erreicht, wenn diese Kinder und Jugendlichen unter sich bleiben. Insbesondere Hauptschullehrer wissen, dass eine immer stärkere Ausdifferenzierung leistungsschwacher Schülerinnen und Schüler zu immer schlechteren Lernergebnissen führt", so Beckmann abschließend.

Zusammenfassung PISA


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