"Zu viele Kinder werden scheitern"

Bayerns Gymnasien müssen einen immer größeren Schüleransturm verkraften. Das heißt, die Klassengrößen explodieren, die Lern- und Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer werden noch schlechter und der Wettbewerb unter den Schülern steigt. "Davon zu sprechen, dass der Ansturm zeige, wie hoch inzwischen die Akzeptanz des achtjährigen Gymnasiums sei, geht an der Realität völlig vorbei", bemerkte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel. "Vielmehr zeigt diese alarmierende Entwicklung, dass immer mehr Eltern im Besuch eines Gymnasiums den Königsweg für ihr Kind sehen - unabhängig davon, ob es sich dort wohl fühlt und dem Leistungsdruck standhält oder nicht.

20.06.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Schon jetzt ist klar, dass viele der Kinder, die im kommenden Schuljahr auf das Gymnasium wechseln, nicht bis zum Abitur kommen. Sie werden scheitern und sich als Versager und Verlierer fühlen, genauso wie die Kinder, die den Sprung aufs Gymnasium nicht geschafft haben. Hinzu kommen die Kosten, die das ständige Durchreichen von Schülern "nach unten" verursacht. Wenzel: "Mit diesem Wahnsinn muss endlich Schluss sein."

Erneut betonte der BLLV-Präsident, dass der Übertrittszeitpunkt am Ende der vierten Klasse keine sichere Prognose für die weitere Schullaufbahn garantiert. Aktuelle Befunde aus der Hirnforschung bestätigen, dass bei Zehnjährigen die Entwicklung in vollem Gang und nicht einmal ansatzweise abgeschlossen ist. Die Zahlen belegen dies: So hält der Bildungsbericht Bayern fest, dass pro Schuljahr rund 14. 200 Schüler das Gymnasium wieder verlassen. Aus den Realschulen wechseln knapp 6000 Schüler an die Hauptschule. 4,1 % der Schüler wiederholen eine Klasse. 10.878 Schüler verlassen die Schule ohne Abschluss.


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