Schulentwicklung

„Zukunftsschulen“ starten in fünfjähriges Modell­projekt

In Niedersachsen gehen die „Zukunftsschulen“ an den Start: Kultusminister Grant Hendrik Tonne begrüßte die am Modellprojekt teilnehmenden 65 Schulen heute im Rahmen einer Onlineveranstaltung und warb um Kreativität und Innovationsgeist in der Schulentwicklung.

24.09.2021 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium
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Die zweitägige Eröffnungsveranstaltung zu den niedersächsischen Zukunftsschulen werden von Impulsvorträgen des österreichischen Erziehungswissenschaftlers Professor Dr. Michael Schratz und Margret Rasfeld, Mitbegründerin der Initiative „Schule im Aufbruch“, inhaltlich bereichert. Zudem stehen Arbeiten in kleineren Foren auf dem Programm der „Zukunftsschulen“.

Tonne sagte in Richtung der rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus den „Zukunftsschulen“: „Schulen brauchen Freiheiten, um sich innovativ entwickeln zu können. Diese Freiheiten geben wir mit dem Modellprojekt Zukunftsschulen“, so der Kultusminister. 

Es sei die Aufgabe von Schule, zukunftsfähige Bildungsansätze zu entwickeln und zu gestalten. Schule müsse ein demokratischer Ort sein, an dem Verantwortung, Solidarität und ein friedliches Miteinander gelebt und gelernt werden könne. Tonne: „Mit dem Modellprojekt Zukunftsschule haben wir einen bildungspolitischen Rahmen geschaffen, in dem aus Visionen Wirklichkeit werden kann. Ich bedanke mich bei Ihnen, dass Sie diesen Weg gehen und damit wichtige Impulse für eine nachhaltige Schulentwicklung setzen. Dafür geben wir Ihnen die notwendigen pädagogischen Freiräume und fördern Ihr Engagement bei der Schulentwicklung über das Beratungs- und Unterstützungssystem sowie das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung.“

Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat unterschiedliche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um den Schulen in Niedersachsen nachhaltige, innovative und demokratiefördernde Elemente in der Schulentwicklung zu ermöglichen. So leitet sich das Modellprojekt „Zukunftsschulen“ ab aus dem Dialogprozess „Bildung 2040“ und steht unter dem Dach der „Initiative demokratisch gestalten“.  Im neuen Schuljahr gelten zwei neue Erlasse zur Stärkung der Demokratiebildung und der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Schülerinnen und Schüler sollen stärker darauf vorbereitet werden, sich als mündige Bürgerinnen und Bürger aktiv, kritisch und selbstreflexiv in demokratische Aushandlungsprozesse einzubringen. Zudem soll ein konkretes Verständnis von Demokratiebildung vermittelt und Perspektiven aufzeigt werden, wie ein demokratischer und an Nachhaltigkeit orientierter Schulentwicklungsprozess in Unterrichts- und Schulkultur fest verankert werden kann. Partizipation, Teilhabe und Engagement aller Beteiligten in Schule sollen gestärkt werden. Selbstbestimmtes und zukunftsorientiertes Lernen in Niedersachsen regt zur kritischen und konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Leben in einer globalisierten Welt an. Die Stärkung von Kinderrechten im Schullalltag ist ein weiterer prägender Leitgedanke der schulischen Innovationsvorhaben in Niedersachsen. 

Die 65 „Zukunftsschulen“ bilden alle Schulformen ab und sind in allen Landesteilen vertreten. Im Vorfeld mussten sich Schulen mit konkreten Modellvorhaben bewerben und ihre Bereitschaft erklären, fünf Jahre an dem Modellprojekt mitzuwirken. Zudem war wichtig, dass die gesamte Schulgemeinschaft den Prozess mitträgt, so dass die Gesamtkonferenz und der Schulvorstand, in welchem auch Schülerinnen und Schüler sowie Erziehungsberechtigte vertreten sind, der Teilnahme zustimmen mussten. Zudem ist vorgesehen, dass die Schulen mit außerschulischen Initiativen kooperieren. Eine wissenschaftliche Evaluation und Begleitung erfolgt, um wichtige Erkenntnisse zu gewinnen für den späteren Transfer innovativer Ansätze in die Fläche. Das Niedersächsische Kultusministerium hat die Schulen auf Grundlage ihrer Bewerbungen ausgewählt. 

Tonne: „Der Wille sich weiterzuentwickeln, muss von innen herauskommen, aus den Schulen selbst.  Innovation und Kreativität lassen sich nicht aus einem Ministerium heraus verordnen. Aber: Wir können und wir wollen unterstützen und neue pädagogische Ansätze fördern. Schulen, die sich auf den Weg machen, können weiterhin auf meine Unterstützung zählen.“ 


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