Zum Bildungsgipfel Verbraucherbildung in Schulen gefordert

(redaktion/PM) Verbraucherbildung muss in allen Schulen Pflichtunterricht werden. Das fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) anlässlich des Bildungsgipfels am 22. Oktober. "Deutschland braucht nicht nur qualifizierte Arbeitskräfte, sondern auch kompetente Verbraucher", sagt Vorstand Gerd Billen. Die Finanzmarktkrise habe auf dramatische Weise offenbart, dass Verbraucherbildung als zentrales Thema auf der Agenda des Gipfels stehen müsse. Billen: "Niemand darf einen Abschluss machen, ohne das Ein-mal-eins des Konsumalltags gelernt zu haben." Die Schule müsse gebildete Verbraucher ins Leben entlassen und keine Konsumanalphabeten.

20.10.2008 Artikel

Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert die Verankerung der Verbraucherbildung als festen Bestandteil in den Lehrplänen aller Schularten. "Verbraucherwissen fliegt einem nicht einfach zu, sondern muss erlernt werden wie Rechnen und Schreiben", so Billen. Heute bliebe es vielfach dem Engagement der Lehrer überlassen, ob sie ihren Schülern und Schülerinnen das Rüstzeug vermitteln, das sie brauchen, um ihr Leben und ihren Alltag eigenverantwortlich zu bewältigen. Geschieht dies nicht, seien individuell und gesellschaftlich folgenschwere Fehlentscheidungen die Konsequenz.

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen

Um den täglichen Anforderungen des Konsumalltags informiert und verantwortlich zu begegnen, benötigen Verbraucher heute fundierte Informationen. Doch das Wissen der Konsumenten hält mit den rasanten Entwicklungen der bunten Warenwelt nicht Schritt. Alltagskompetenz wie richtiges Einkaufen und Haushalten gehen verloren. Kinder sollten deshalb so früh wie möglich die nötigen Kompetenzen erlernen. Die Schule leiste hier bereits wichtige Beiträge: gesunde Ernährung, Medienkompetenz, Umgang mit Geld, Müllvermeidung, Energiesparen und vieles mehr stehen in den Lehrplänen. "Das Problem ist, dass Verbraucherbildung meist unsystematisch und oft fachfremd unterrichtet wird", so Billen.

Die Forderungen des Verbandes

  • Verbraucherbildung muss bundesweit als Pflichtunterricht an allen Schulformen und in allen Jahrgangsstufen ausgebaut werden.
  • Dabei soll kein neues Fach geschaffen, sondern traditionelle Fächer wie Hauswirtschaft/Haushaltslehre und Arbeitslehre zum Fach "Verbraucherbildung" werden. Fächerübergreifend sollten Verbraucherthemen in Lehrpläne, Stundentafeln, Kerncurricula, Lernmaterialien und Schulbücher aller Schularten - Bundesländerübergreifende Mindeststandards für die Verbraucherbildung sollen Ergebnisse bundesweit evaluierbar machen und Qualitätsentwicklung sicherstellen.
  • Lehrkräfte müssen in verbindlicher Weise fachlich und didaktisch aus- und fortgebildet werden. Dabei muss die Finanzierung der Fortbildung gewährleistet sein und darf nicht allein dem guten Willen der Lehrkräfte überlassen bleiben.

Mit Verbraucherbildung macht Bildung Spaß

Nach Auffassung des Verbraucherzentrale Bundesverbandes würde ein verbindliches Schulfach Verbraucherbildung das Lernen auch für die Schülerinnen und Schüler interessanter machen. "Verbraucherbildung hat einen starken Bezug zur Lebens- und Erfahrungswelt der Schüler und wäre deshalb ein Gewinn für den Schulalltag", so Billen. Auch die didaktischen Möglichkeiten der Verbraucherbildung seien zahlreich: Ungewöhnliche Formate wie Computerspiele im Unterricht, ein konsumkritischer Stadtspaziergang als Schulausflug oder die Konzeption einer eigenen Werbekampagne könnten neues Leben in den Unterricht bringen.


Weiterführende Links

  • Positionspapier des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (pdf)

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