Zur Debatte über die Sprachstandserhebungen

"Der VBE hat von Anfang an die Einführung von Sprachstandserhebungen begrüßt und bleibt dabei", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Allerdings bleiben wir auch dabei, dass die Umsetzung des Projekts untauglich ist und zu unnötigem Bürokratieaufwand führt."

04.05.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Der VBE hat zum Ablauf des Verfahrens eine Umfrage unter Grundschullehrerinnen und –lehrern durchgeführt. 12% der nordrhein-westfälischen Grundschulen haben geantwortet. Aus dieser Umfrage geht hervor, dass sich mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer unzureichend und zu spät informiert fühlte. Im Durchschnitt fielen an den Schulen 12,5 Stunden Unterricht aus. 89% der Lehrerinnen und Lehrer hielten das Testspiel nicht für geeignet, um die Sprachfähigkeit der Kinder zu testen.

"Die Ankündigung des Familienministers, das Verfahren evaluieren zu lassen, geht in die richtige Richtung", so Beckmann weiter. "Die Landesregierung wäre dann aber auch gut beraten, die Rückmeldungen aus der Praxis zur Kenntnis zu nehmen und die Probleme nicht klein zu reden. Darüber hinaus muss auch die Bereitschaft zur Gesetzesänderung vorhanden sein, wenn ein Gesetz die Dinge verkompliziert."

Die Landesregierung beharrt weiterhin darauf, dass das Verfahren nicht anders als mit dem Einsatz von Grundschullehrerinnen und -lehrern möglich war. In der Tat hat sie sich mit dem entsprechenden Passus im Schulgesetz darauf festgelegt.

"Der VBE bleibt aber dabei, dass es sinnvoller wäre, das gesamte Verfahren vom Test bis zur Förderung in die Hand der Kindertagesstätten zu legen", so Beckmann abschließend. "Die Landesregierung sollte alles versuchen, um auch die Träger mit ins Boot zu nehmen und das Verfahren entsprechend zu ändern. Entscheidend ist, ob die Landesregierung nun auch die Bereitschaft zeigt, die Kindertagesstätten so auszustatten, dass sie die nötige Förderung auch tatsächlich leisten können. Es reicht hier nicht, die Lippen zu spitzen. Irgendwann muss man auch pfeifen."


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