Zustimmung der GEW zum Lehrertarifvertrag
Die GEW Sachsen-Anhalt hat heute mit einer großen Mehrheit des Landeshauptausschusses dem am 30. Oktober ausgehandelten Tarifvertrag zur Arbeitsplatzsicherung der Lehrkräfte in Sachsen-Anhalt zugestimmt. Dem Beschluss war in der letzten Woche eine Mitgliederbefragung unter ca. 4000 von dem Tarifvertrag betroffenen GEW-Mitgliedern an den Grund-, Gesamt- und Sekundarschulen sowie an den Gymnasien vorausgegangen.
11.12.2007 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt"Unsere Mitglieder hatten sich im Sommer mit der Kündigung des alten Tarifvertrages gegen das unzumutbare Angebot der Landesregierung entschieden. Deshalb sollten sie nun auch über Annahme oder Ablehnung des Tarifkompromisses vom Oktober entscheiden", sagte der GEW-Landeschef, Thomas Lippmann. "Die GEW-Mitglieder haben eine sehr deutliche Aussage gemacht", fügte er hinzu. Eine absolute Mehrheit der Befragten hat das ausgehandelte Tarifergebnis für zustimmungsfähig empfunden. An den Grundschulen haben 98,1, an den Sekundarschulen 93,2, an den Gymnasien 87,1 und an den Gesamtschulen 85,2 Prozent der Kolleginnen und Kollegen mit "JA" gestimmt. "Das ist ein sehr deutliches Votum für das Verhandlungsergebnis", schätzte Lippmann ein.
Nachdem die Landesregierung bereits am 4. Dezember 2007 einen entsprechenden Beschluss gefasst hatte, ist damit der Weg zur Umsetzung des Tarifkompromisses frei.
Hintergrund:
Die heute angenommene Tarifvereinbarung zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und der GEW Sachsen-Anhalt gilt für ca. 11.000 angestellte Lehrkräfte an allgemein bildenden Schulen (Grundschulen, Sekundarschulen, Gesamtschulen, Gymnasien). Sie gilt für die Schuljahre 2008/09 bis 2011/12 und beinhaltet eine Reduzierung von Arbeitszeit und Gehalt der angestellten Lehrkräfte. Im Gegenzug garantiert das Land Kündigungsschutz.
Hinzu kommt ein erweiterter, fest zugesicherter Einstellungskorridor für den Lehrernachwuchs. Er beträgt 90 Neueinstellungen zum Schuljahresbeginn 2008, 100 in 2009, 120 im Jahre 2010, 150 im Jahre 2011.
Die Lehrkräfte an den Förderschulen werden bereits ab dem Schuljahr 2008/09 in die Vollbeschäftigung übergehen und insofern vom neuen Tarifvertrag nicht erfasst.
Für die Grundschulen endet die tariflich festgelegte Absenkung der Arbeitszeit mit Ende des Schuljahres 2009/10.
Für die Sekundarschulen, Gesamtschulen und Gymnasien wurde eine kontinuierliche Steigerung des Arbeitsumfangs von jährlich einer Unterrichtsstunde bis zum Schuljahr 2011/12 vereinbart. Über Jahresstufen von 84, 88, 92 und 96 Prozent wird dann die Vollbeschäftigung erreicht.
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