Zweiter Band des Deutsch-Französischen Geschichtsbuchs vorgestellt
Kultusminister Helmut Rau MdL, der französische Generalkonsul Christian Dumon und Gerald Chaix, Rektor der Akademie Straßburg, haben am Freitag (11. April) in Stuttgart den zweiten Band des Deutsch-Französischen Geschichtsbuchs vorgestellt. Der zweite von insgesamt drei Bänden beschäftigt sich mit den Entwicklungen vom 19. Jahrhundert bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und ist im Klett Verlag erschienen. Der erste Band wurde bereits im September 2006 veröffentlicht und hat die Veränderungen in Europa und der Welt nach 1945 zum Inhalt.
11.04.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg"Die Wahrnehmung derselben geschichtlichen Realität von unterschiedlichen Standpunkten aus führt zu einer erweiterten Lesart der nationalen Geschichte. So wird in wesentlichen Teilen des Buches eine Geschichtsbetrachtung aus Sicht des Anderen ermöglicht", sagten Kultusminister Rau und der französische Generalkonsul Christian Dumon. Der deutsch-französische Perspektivenwechsel würde die geschichtlichen Ereignisse in beiden Ländern nicht als isolierte Nationalgeschichten erscheinen lassen. Die geschichtlichen Ereignisse seien problemorientiert aufeinander bezogen und würden in den europäischen Kontext eingeordnet.
"Das gemeinsame Geschichtsbuch ist auch ein Beleg dafür, wie gut sich die nachbarschaftlichen Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland entwickelt haben", betonten Rau, Dumon und Chaix übereinstimmend.
Am 23. Januar 2003 hat das deutsch-französische Jugendparlament anlässlich des 40. Jahrestags des Elysée-Vertrags in einem Schlussdokument angeregt, ein gemeinsames deutsch-französisches Geschichtsbuch mit identischem Inhalt für beide Länder zu entwickeln. Zu den umfangreichen Vorbereitungen für dieses Projekt zählte die Erstellung einer Synopse der zu berücksichtigenden 17 verschiedenen Lehrpläne.
Eine binationale Arbeitsgruppe, bestehend aus Gerald Chaix, Rektor an der Akademie Straßburg, Mitgliedern der Schulverwaltungen beider Staaten sowie Wissenschaftlern, die sich in besonderer Weise um die Erforschung der deutsch-französischen Geschichte verdient gemacht haben, hat die Projektbeschreibung mit dem didaktischen Konzept und einer kommentierten Inhaltsübersicht für alle drei Bände erarbeitet. Die besondere Aufgabenstellung lag dabei auf der Berücksichtigung der unterschiedlichen Traditionen in der didaktischen Aufbereitung. So wird in den französischen Lehrbüchern ein deutlicherer Akzent auf die Vermittlung von Faktenwissen gelegt, als dies in deutschen Lehrbüchern der Fall ist. Ein Beispiel dafür sind die Bilanz-Kapitel, die die geschichtlichen Fakten noch einmal kurz zusammenfassen.
Der zweite Band des Deutsch-französischen Geschichtsbuchs deckt, wie bereits der erste, die Lehrpläne aller 16 bundesdeutschen Länder und Frankreichs so ab, dass das Buch in Frankreich und in allen Ländern der Bundesrepublik zugelassen werden konnte. Die Schulen selbst entscheiden jedoch, ob sie das Buch anschaffen und im Oberstufen-Unterricht einsetzen wollen. Jedes allgemein bildende und berufliche Gymnasium, die Berufsoberschulen für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen sowie die Seminare für Didaktik (Gymnasien und berufliche Schulen) erhalten jeweils zwei Ansichtsexemplare des Buchs.
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