Zwölf Stipendiaten für den ersten landesweiten START-Jahrgang gewählt

Zwölf leistungsstarke schleswig-holsteinische Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund erhalten heute, 29. März, bei einer Festveranstaltung in der Lübecker Musikhochschule ihre Aufnahmeurkunde als "START-Stipendiaten". Aus über 100 Bewerbungen wurden sieben junge Frauen und fünf junge Männer ausgewählt. Sie kommen ursprünglich aus der Türkei, aus Russland, Afghanistan, Kasachstan, Syrien, Usbekistan sowie aus der Ukraine. Heute sind sie in Glinde, Wentorf, Lübeck, Pellworm, Kiel, Flensburg, Heikendorf und Elmshorn zu Hause. Die jungen Stipendiaten erhalten auf ihrem Weg zum Abitur eine besondere Unterstützung: Neben einem PC mit Internetzugang stehen ihnen monatlich 100 EUR Bildungsgeld sowie kostenlose Beratungsangebote und Bildungsseminare zur Verfügung.

30.03.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

START, das Schülerstipendium für begabte Zuwanderer, ist in Schleswig-Holstein eine gemeinsame Bildungsinitiative der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung - Stiftung Handelsbank in Lübeck, der Dräger-Stiftung, der Fielmann AG, des Ministeriums für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein und der Possehl-Stiftung. Diese Partner finanzieren gemeinsam die Stipendien und stellen das Betreuungspersonal zur Verfügung.

Das START-Programm soll begabten und gesellschaftlich engagierten jungen Menschen mit Migrationshintergrund den Zugang zu höheren Bildungsabschlüssen erleichtern. Als "Investition in Köpfe" soll es einen Beitrag zur Integration und zur Toleranz zwischen jungen Menschen in Deutschland leisten. 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Hessen ins Leben gerufen, wird START zurzeit mit Hilfe von über 50 Kooperationspartnern in 14 Bundesländern aufgebaut. "START gibt der erfolgreichen Integration ein Gesicht. Es ist ein notwendiges und ermutigendes Signal aus der Mitte unserer Gesellschaft", so Dr. Kenan Önen, Projektleiter START der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

"Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund haben es häufig schwer in der Schule. Die Gründe dafür sind bekannt und deshalb werden wir einiges in der schulischen Arbeit verändern müssen", betont Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave in ihrer Rede. Wichtig sei vor allem, diese Kinder und Jugendlichen so zu fördern und fordern, dass sie erfolgreich in den Beruf oder das Studium starten können. Dazu bedürfe es aber auch der Unterstützung durch das Elternhaus und die Gesellschaft. Genau an diesem Punkt greife das Stipendienprogramm START. Erdsiek-Rave weiter: "Allein 114 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein haben sich beworben. Das zeigt uns, dass der Bedarf an solchen Unterstützungsformen groß ist. Umso mehr danke ich allen Beteiligten und Stiftungen für ihr herausragendes Engagement."

Oliver Bortz, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutsche Bank Stiftung - Stiftung Handelsbank in Lübeck: "Unsere Stiftung konzentriert sich besonders auf solche Projekte, die junge Menschen dazu bringen, ihre Potenziale besser zu erkennen, zu entwickeln und zu nutzen. Das START-Programm in Schleswig-Holstein ist dafür ein tolles Beispiel." Die Deutsche Bank Stiftung - Stiftung Handelsbank in Lübeck unterstützt START jedoch nicht nur finanziell. Oliver Bortz: "Wir stellen den START-Stipendiaten erfahrene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Deutschen Bank zur Seite. Diese beraten die Jugendlichen beim Übergang von der Schule in den Beruf und geben ihre eigenen Erfahrungen weiter."

Die Dräger-Stiftung, so die Direktorin Petra Pissulla, unterstütze START, weil es für Integration, Toleranz, Verständigung und Verstehen steht. "Niemand wird sich in einem Land zu Hause fühlen, dessen Sprache er nicht versteht, dessen Kultur er nicht kennt. Mit Hilfe von START und seinen vielfältigen Bildungs- und Förderprogrammen wollen wir begabten Migrantenkindern den Start ins Leben in einem für sie fremden Land etwas leichter machen", sagte sie bei der Feier in Lübeck.

Für die Fielmann AG, die START ebenfalls unterstützt, sprach Personalvorstand Dr. Emmanuel Siregar: "Das, was START ausmacht, ist die klare Zielrichtung im Bereich Integration: Es werden junge Menschen unterstützt, die Integration mit positiver Lebenseinstellung und herausragender Leistungsorientierung verbinden. Auf diese Weise ist interkultureller Dialog sehr sinnvoll und ein motivierendes Moment für alle jungen Menschen."

"Angesichts des großen Anteils junger Migranten in der Lübecker Bevölkerung bietet das START-Projekt eine hervorragende Möglichkeit, mit der Förderung hochbegabter und motivierter Zuwanderer unserem Stiftungszweck zu entsprechen", betonte Dr. Helmuth Pfeifer, der Vorstandsvorsitzende der Lübecker Possehl-Stiftung.

Für die Bewerbung mussten die neuen START-Stipendiaten ein Gutachten des Klassenlehrers oder des Schulleiters, eine ausführliche Beschreibung des eigenen Lebensweges sowie Schulzeugnisse vorlegen. In Auswahlgesprächen wurden die besten Bewerber ermittelt: Gute bis sehr gute schulische Leistungen, gesellschaftliches Engagement und materielle Bedürftigkeit sind Voraussetzung für die Aufnahme in das Programm.

Die START-Stipendien werden zunächst für die Dauer eines Jahres gewährt und können bei besonders guten Leistungen bis zum Erreichen eines höheren Bildungsabschlusses verlängert werden. Kern des Stipendiums sind themenspezifische Seminare, Beratungsangebote für die Ausbildungs-, Studien- und Lebensplanung, Exkursionen in privatwirtschaftliche Unternehmen und öffentliche Verwaltungseinrichtungen sowie die Vermittlung von Praktika.

Im START-Programm werden derzeit 278 Stipendiaten aus 53 Herkunftsländern gefördert, die in neun Bundesländern - Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein - zu Hause sind. In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steht die Ausschreibung der Stipendien kurz bevor, so dass es START zu Beginn des Schuljahres 2006/2007 in 14 Bundesländern geben wird.

Kontakte und weitere Informationen:
Gemeinnützige Hertie-Stiftung
c/o
ICPAHL, Inga-Clairie Pahl
Gutzkowstraße 25
60594 Frankfurt
Tel.: +49 (69) 66 12 48 51
E-Mail:

Landeskoordination START-Schleswig-Holstein
Jochen Frese
Ministerium für Bildung und Frauen
Brunswiker Str. 16-22
24105 Kiel
Tel. 04 31-9 88 24 09


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