Mehrheit der Kita-Fachkräfte sieht Sprachstandserhebung positiv
Anfang September beschloss das Bundeskabinett das „KiTa-Startchancen- und -Qualitätsentwicklungsgesetz“ (SCQEG) und damit unter anderem verpflichtende Sprachstandserhebungen bei allen Vierjährigen. Eine repräsentative Befragung zeigt nun: Die Mehrheit der pädagogischen Fach- und Leitungskräfte in Kitas steht dem positiv gegenüber.
19.10.2026 Bundesweit Pressemeldung Stiftung Kinder forschen64 Prozent der Befragten finden verpflichtende Erhebungsverfahren hilfreich, um Kinder gezielter zu fördern.
Im Rahmen einer repräsentativen Telefonbefragung von uzbonn im Auftrag der Stiftung Kinder forschen wurden bundesweit 360 Kita-Fachkräfte und -Leitungen im Alter von 18 bis 66 Jahre befragt. Der Großteil von ihnen, nämlich 87 Prozent, sieht es als wichtige Aufgabe, Kinder gezielt in schulisch relevanten Vorläuferkompetenzen zu fördern. Dazu gehören beispielsweise Sprache, mathematisches Denken, naturwissenschaftliches Verständnis und sozial-emotionale Kompetenzen. 87 Prozent der Befragten sagen, sie fühlen sich kompetent darin, diese Kompetenzen im Kita-Alltag systematisch zu stärken.
Bereits heute nutzen 38 Prozent der Kita-Fachkräfte digitale Tools, um den Entwicklungsstand der Mädchen und Jungen zu erheben. Dass solche Verfahren Kinder stigmatisierten, verneinen 51 Prozent der Befragten. Allerdings empfindet rund ein Fünftel solche Erhebungen als Mehraufwand ohne praktischen Nutzen.
Positives Signal aus der Praxis
„Die Befragungsergebnisse sind ein positives Signal aus der Praxis für die verbindliche Sprach- und Entwicklungsbeobachtung von Kindern. Jetzt brauchen die Erzieherinnen und Erzieher gute Werkzeuge, die sie bei der Umsetzung unterstützen. Diese müssen wissenschaftlich fundiert, digital und einfach in der Anwendung sein“, sagt Dr. Tobias Ernst, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kinder forschen.
„Gute Tools bieten neben den erhobenen Kompetenzständen zusätzlich individuelle Förderempfehlungen für das Kind und schaffen dadurch einen echten pädagogischen Mehrwert. Auf diese Kombination müssen die Bundesländer bei der Einführung der Verfahren achten“, führt Ernst weiter aus.
Eine gute Orientierung bei der Auswahl ganzheitlicher, qualitätsgeprüfter und praxisnaher Verfahren bietet die von pädquis im Auftrag der Stiftung Kinder forschen erstellte Expertise „Früh erkennen, gezielt fördern: Verfahren zur Entwicklungs- und Kompetenzfeststellung bei Kindern“.
Verschulung der Kita?
Gefragt, ob die Kita ihren Charakter als Ort des freien Spiels und Lernens verliert, wenn der Fokus zu sehr auf der Schulvorbereitung liegt, variierten die Antworten der Pädagoginnen und Pädagogen deutlich stärker. 40 Prozent stimmen dem zu, 32 Prozent teilen die Sorge nicht. Ernst betont, dass es sich dabei nicht um ein Entweder-oder handelt: „Freies Spiel, Lernen und eine gute Vorbereitung auf die Schule sind kein Widerspruch. Entscheidend ist, dass Kinder altersgerecht und individuell gefördert werden – und dass diese Förderung über die gesamte Bildungsbiografie hinweg gut ineinandergreift.“
Hintergründe, Ergebnisse und Grafiken der Befragung stehen hier als Download zur Verfügung.
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