Was Schüler:innen im Umgang mit KI können sollen
Die Bildungsminister:innen der Länder haben den KMK-Kompetenzrahmen „Bildung in der digitalen Welt“ aktualisiert und um KI-bezogene Kompetenzen erweitert. Schüler:innen sollen Künstliche Intelligenz verstehen, gezielt und kreativ einsetzen, ihre Ergebnisse kritisch bewerten sowie Chancen und Risiken einschätzen können.
19.10.2026 Bundesweit Pressemeldung Sekretariat der KultusministerkonferenzSchüler:innen sollen lernen, KI verantwortungsvoll und selbstbestimmt zu nutzen und ihre Auswirkungen auf den Einzelnen und die Gesellschaft zu reflektieren. Zugleich werden Schulen und Lehrkräften konkrete Unterstützungsangebote für die Umsetzung zur Verfügung gestellt.
Anna Stolz, Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus und Präsidentin der Bildungsministerkonferenz: „Künstliche Intelligenz verändert, wie wir lernen und arbeiten. Deshalb müssen unsere Schülerinnen und Schüler wissen, wie sie KI sinnvoll nutzen, ihre Ergebnisse kritisch überprüfen und auch ihre Grenzen erkennen können. Mit dem aktualisierten Kompetenzrahmen schaffen wir dafür eine gemeinsame Grundlage. Besonders wichtig ist mir, dass unsere Lehrkräfte und Schulen auch konkrete Hilfestellungen für die Umsetzung bekommen. Denn am Ende kommt es darauf an, dass unsere Schülerinnen und Schüler diese Fähigkeiten im Unterricht tatsächlich erwerben.“
Die sechs bestehenden Kompetenzbereiche der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ bleiben erhalten und werden systematisch um KI-bezogene Kompetenzen ergänzt. Dazu gehören beispielsweise die kritische Bewertung KI-generierter Inhalte und möglicher Verzerrungen, der transparente Umgang mit KI-generierten oder KI-bearbeiteten Beiträgen, Datenschutz und ethische Fragen sowie der Umgang mit Deepfakes und KI-verstärkter Desinformation. Gleichzeitig geht es um den kreativen und zielgerichteten Einsatz von KI beim Lernen, Arbeiten und Problemlösen. Der Kompetenzrahmen orientiert sich eng am AI-Literacy-Framework von OECD und Europäischer Kommission. Im Mittelpunkt stehen vier miteinander verbundene Perspektiven: mit KI bewusst umgehen, KI kreativ anwenden, KI gezielt einsetzen und KI aktiv mitgestalten.
Christine Streichert-Clivot, A-Länderkoordinatorin und Ministerin für Bildung und Kultur des Saarlandes: „Künstliche Intelligenz verändert, wie wir lernen, wie wir Wissen nutzen und wie wir uns eine Meinung bilden. Digitale Mündigkeit darf keine Frage des Geldbeutels der Eltern oder der Herkunft sein. Unser Anspruch ist, dass alle junge Menschen die Chancen neuer Technologien nutzen können, ohne ihre Eigenständigkeit an sie abzugeben. Umso wichtiger ist es, dass sie lernen, selbstständig zu denken, kreativ zu sein und sich ein eigenes Urteil zu bilden. Denn KI kann keine menschliche Neugier, Empathie, Kreativität und kritisches Denken ersetzen. Bildung muss Kinder und Jugendliche stark machen, damit sie Informationen hinterfragen, Manipulation durch KI und selbstbewusst ihren eigenen Weg gehen. Dazu gehört auch die Fähigkeit, sich in einer zunehmend von Algorithmen geprägten Welt zu behaupten. Nicht die KI soll bestimmen, wie wir denken und fühlen und damit unsere Zukunft gestalten – sondern wir Menschen.“
Der Kompetenzrahmen und die begleitenden Unterstützungsangebote wurden von der Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz der KMK unter Federführung Nordrhein-Westfalens erarbeitet.
Dorothee Feller, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen und Koordinatorin der B-Länder in der Bildungsministerkonferenz: „Entscheidend ist, dass der Kompetenzrahmen Lehrkräften im Unterricht wirklich hilft. Mit den Unterstützungsangeboten wollen wir ihnen mehr Sicherheit im Umgang mit KI geben. Die Angebote sollen Lehrkräften helfen, konkrete Fragen zu klären: Wo unterstützt KI das Lernen? Welche Regeln brauchen wir? Und wie machen wir die eigene Leistung der Schülerinnen und Schüler sichtbar? So können Schulen die Chancen von KI nutzen und junge Menschen zugleich befähigen, mit KI sinnvoll und verantwortungsvoll umzugehen.“
Konkrete Unterstützung für die Schulpraxis
Damit der Kompetenzrahmen im Schulalltag ankommt, werden konkrete begleitende Unterstützungsangebote entwickelt. Dazu gehören eine interaktive Übersicht über die sechs Kompetenzbereiche mit Reflexionsfragen und weiterführenden Links, 22 Reflexionskarten für die Arbeit in Schulen, eine digitale Fassung der Reflexionskarten zur Standortbestimmung und Dokumentation sowie der „KMK-Navigator für KI-Kompetenzen“ im ländergemeinsamen Chatbot AIS.chat. Die Angebote sollen Lehrkräfte, Fachschaften, Schulleitungen, Schulentwicklungsteams und Schulaufsichten dabei unterstützen, KI-Kompetenzen in Unterricht und Schulentwicklung zu verankern und auch die Auswirkungen auf die Prüfungskultur zu reflektieren.
Die Unterstützungsangebote sollen künftig kontinuierlich weiterentwickelt und insbesondere stärker nach Alter und Schulform differenziert werden. Der Kompetenzrahmen und die damit verbundenen Angebote werden auf der Internetseite der Kultusministerkonferenz veröffentlicht.
- Lernen: „KI als Abkürzungsmaschine widerstehen“
- Neue Studie erschienen: KI-Chatbots im Faktencheck
- KI in der Schule: Schneller ist noch nicht gelernt
Keine Kommentare vorhanden