Ausbildung: Soziale Bindungen und Wohnkosten als Mobilitätshemmnisse
Etwas über die Hälfte der Jugendlichen lehnt einen Wohnortwechsel für eine Ausbildung ab oder ist sich noch unsicher. 47 Prozent der ausbildungsinteressierten Jugendlichen können sich hingegen vorstellen, für eine Ausbildung den Wohnort zu wechseln.
22.10.2026 Bundesweit Pressemeldung Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)33 Prozent sind offen für einen Umzug in ihre unmittelbare Umgebung, weitere 14 Prozent wären bereit, deutschlandweit umzuziehen.
Als stärkstes Mobilitätshemmnis werden neben einer starken Bindung an das persönliche Umfeld insbesondere zu hohe Wohnkosten genannt. Das zeigt eine am Donnerstag (22.10.2026) veröffentlichte Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
Soziale Bindungen und finanzielle Gründe sind die häufigsten Hemmnisse für einen Umzug: 57 Prozent der Jugendlichen, die sich einen Umzug nicht vorstellen können, möchten in der Nähe ihrer Familie, ihres Freundeskreises oder ihres vertrauten Umfelds bleiben. 56 Prozent nennen zu hohe Wohnkosten als Grund für die fehlende Umzugsbereitschaft. Ein ebenfalls häufig genannter Grund sind zu lange und zu teure Heimfahrten, die jeweils 24 Prozent der jungen Menschen an einem Umzug hindern. „Die Bereitschaft junger Menschen, für Ausbildung, Studium oder Beruf den Wohnort zu wechseln, ist ein wichtiger Faktor für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg. Gleichzeitig kann Mobilität dazu beitragen, regionale Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt auszugleichen und Fachkräfte dort zu gewinnen, wo sie gebraucht werden“, erklärt IAB-Forscher Gökay Demir.
Umzugsbereit sind vor allem Jugendliche mit einem höheren Schulabschluss, der in der Regel mit einem höheren Alter einhergeht: 64 Prozent der Abiturientinnen und Abiturienten können sich einen Wohnortwechsel vorstellen, im Gegensatz zu 38 Prozent der Jugendlichen in Abschlussklassen an Hauptschulen. 55 Prozent der Hauptschülerinnen und Hauptschüler nehmen dabei die Wohnkosten als häufigste Hürde für einen Umzug wahr. Etwas ältere Jugendliche, die einen höheren Abschluss anstreben, nennen hingegen häufiger soziale Gründe, wie etwa die Nähe zum persönlichen Umfeld als Hinderungsgrund.
„Um die Mobilität junger Menschen zu fördern, sind gezielte und frühzeitige Beratungsangebote sowie finanzielle Förderinstrumente wie Berufsausbildungsbeihilfe und Wohngeld neben Mobilitätszuschüssen wichtig“, ordnet IAB-Forscherin Anna Heusler ein. Darüber hinaus könnten Angebote zur sozialen Integration am neuen Wohnort und die Vermittlung von bezahlbarem Wohnraum die Hemmschwellen junger Menschen überwinden helfen.
Die Studie „BeYou – Berufswahl und Du“ basiert auf einer Befragung von etwa 6.300 Jugendlichen der Abschlussklassen 2024, die die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Anspruch genommen haben. Für die Stichprobenziehung wurden Informationen aus den Registerdaten der BA genutzt. Jugendliche ohne bisherigen Kontakt zur BA sind in den Daten nicht enthalten.
Die Studie ist abrufbar unter https://iab-forum.de/was-ausbildungsinteressierte-jugendliche-an-einem-umzug-hindert/
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