Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave beim Berufsbildungsforum in Plön: "Duale Ausbildung ist wichtiger Beitrag für mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem"

Beim Berufsbildungsforum im Plöner Schloss hob Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute (8. November) vor mehr als 150 Gästen die Bedeutung der beruflichen Bildung sowohl für die gesellschaftliche als auch für die wirtschaftliche Entwicklung hervor. Bis 2020 würden voraussichtlich etwa 25 Prozent weniger Arbeitskräfte ohne abgeschlossene Berufsausbildung gebraucht. Dagegen drohe bei den höher qualifizierten Arbeitskräften ein Mangel. "Wir müssen heute mehr denn je fragen, wie die berufliche Bildung für die Herausforderungen der Zukunft aufgestellt sein muss."

10.11.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Zwar würden rund zwei Drittel eines Jahrgangs einen qualifizierten Berufsabschluss erwerben. Andererseits hätten 40 Prozent der Hauptschulabgänger auch nach zweieinhalb Jahren noch keinen Ausbildungsplatz. "Dieser erschreckende Befund zeigt, dass wir stark gefordert sind, für mehr Durchlässigkeit und Mobilität in Bildung und Ausbildung zu sorgen", sagte die Ministerin. Die gesellschaftliche Spaltung bei der Bildung müsse aufgehoben werden. Dabei sind nach Auffassung von Erdsiek-Rave alle gefordert: die Politik auf Bundes-, und Landes- und kommunaler Ebene, die Wirtschaft und die Arbeitsagenturen. "Andernfalls droht unser Ausbildungssystem eine Stärke einzubüßen, die es früher ausgezeichnet hat: Die Fähigkeit, auch gering Qualifizierten einen Einstieg in den Arbeitsmarkt zu verschaffen und damit die Chance auf einen gesellschaftlichen Aufstieg", führte die Ministerin aus. Sie verwies in diesem Zusammenhang auf die bereits begonnenen Projekte wie "Praktikum Plus", Stärkung der Berufsorientierung oder die bessere Verzahnung von allgemeiner und beruflicher Bildung. Das Handlungskonzept "Schule & Arbeitswelt" widme sich zudem mit Coaching, Potenzialanalyse, Berufsfelderprobung und Qualifizierung ganz konkret der Herausforderung, die Risikogruppen zu reduzieren und die Ausbildungsreife zu verbessern.

"Wenn wir heute über die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung sprechen, dann schließt das die gesamte Ausbildung ein", so die Ministerin weiter. Hier müssten sich die Dualpartner auf Augenhöhe begegnen, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Diese gelte gerade auch im Hinblick auf die europäische Entwicklung. "Europa ist eine echte Chance für die Weiterentwicklung der beruflichen Bildung." Es gehe darum, beweglicher zu werden, die Anerkennung von Leistungen und Kompetenzen zu erleichtern und jungen Menschen den Aufstieg zu erleichtern. "Die duale Ausbildung war immer ein wichtiger Baustein für unsere Wissensgesellschaft, deshalb muss uns sehr viel daran liegen, sie weiterzuentwickeln", sagte Erdsiek-Rave abschließend und dankte der Fielmann Akademie Schloss Plön für ihre Gastfreundschaft.


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