Berufs-/Studienwahl

Kurth fordert bessere Abstimmung bei Maßnahmen der Berufs- und Studienorientierung

Sachsen wird seine Berufs- und Studienorientierung an Schulen noch gezielter vornehmen. Darauf hat Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth bei der Vorlage eines Berichtes zum Stand der Umsetzung der Berufs- und Studienorientierung hingewiesen. "Ein Mangel an Engagement gibt es nicht. Aber das Netzwerk aus den zahlreichen Akteuren muss abgestimmter agieren und damit noch schlagkräftiger werden", sagte Kurth am Dienstag in Dresden.

29.09.2015 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus
  • © Kultusministerium Sachsen

Als Gründe für diese Forderung nannte die Ministerin den demografischen Wandel, einen zunehmenden Akademisierungstrend und ab 2020 rückläufige finanzielle EU-Mittel für ergänzende Projekte und Maßnahmen der Berufs- und Studienorientierung.

Bis 2020 werden in die Berufs- und Studienorientierung rund 100 Millionen Euro investiert. Die darin enthaltenen finanziellen Zuweisungen aus Brüssel werden sich danach deutlich verringern. "Deshalb sind eine Strukturanpassung bei der Förderung und eine wachsende Eigenbeteiligung der Wirtschaft, die von den Maßnahmen unmittelbar profitiert, unabdingbar", so Kultusministerin Brunhild Kurth.

Zudem wird sich der demografische Wandel in den Regionen des Freistaates Sachsen unterschiedlich niederschlagen. Während die Bevölkerung in den Ballungszentren zunimmt, wird sie in den ländlichen Regionen weiter zurückgehen. "Deshalb muss das kommunale Interesse darauf ausgelegt sein, die Schulabsolventen in diesen Region zu halten. Zukünftig gilt es noch stärker als bisher, die Kooperationsstrukturen zwischen Schule, Kommune und Unternehmen auf der regionalen Ebene der Landkreise zu entwickeln und zu verstetigen", so Kurth.

Die Ministerin beklagte einen anhaltenden Akademisierungstrend. Immer mehr Schulabgänger drängen in die Hochschulen. Inzwischen studiert die Hälfte eines Geburtsjahrganges. Besonders das Handwerk sieht die Entwicklung problematisch. "Deshalb müssen die berufsbildenden Schulen und die ausbildenden Unternehmen enger zusammenrücken und in einer konzertierten Aktion für die duale Ausbildung werben. Die duale Ausbildung hat ungerechtfertigt ein Imageproblem. Die Betriebe sollten dem begegnen, indem sie die Ausbildung noch stärker zur Chefsache erklären und sowohl Schulabsolventen mit weniger guten Noten eine Chance geben, als auch neue Angebote wie das duale Studieren in den Fokus rücken", so Brunhild Kurth.

Die zunehmende Zahl an Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund sieht die Ministerin als Chance für den Freistaat und nicht als Belastung. "Grundsätzlich gilt, dass für diese Kinder und Jugendlichen die gleichen pädagogischen Maßnahmen zur Verfügung stehen, wie für alle übrigen Schülerinnen und Schüler auch. Das heißt, dass mit zunehmendem Erwerb der deutschen Sprache die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund auch in die Projekte und Maßnahmen der Berufs- und Studienorientierung eingebunden werden. Das umfangreiche Netz an Partnern und Akteuren in der Berufs- und Studienorientierung erweist sich laut Kultusministerin dabei als Vorteil. "So kann die Herausforderung auf viele Schultern verteilt werden und lässt sich damit viel besser meistern", sagte Brunhild Kurth.


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