Lehrermangel an Gymnasien und beruflichen Oberschulen bleibt Hauptproblem
"Die heute von Kultusminister Schneider bekannt gegebenen Zahlen zur Lehrerversorgung an den Gymnasien überraschen mich nicht. Sie liegen recht genau im Rahmen unserer Erwartungen. Erste Anzeichen einer Entspannung wird es frühestens zum kommenden Schuljahr geben, jedoch noch nicht in mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern." Damit sei, so der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes (bpv) Max Schmidt weiter, jetzt klar: "Den Gymnasien steht ein weiteres schwieriges Schuljahr bevor. Trotz Volleinstellung in fast allen Fächern wird es schon ein Erfolg sein, wenn es überall gelingt, den Stand der Unterrichtsversorgung des vergangenen Schuljahres zu sichern."
12.09.2008 Bayern Pressemeldung Bayerischer Philologenverband (bpv)Nachqualifizierte Grundschullehrer für den Hauptschulumbau
Mit Blick auf den von Kultusminister Schneider verkündeten weiteren Umbau der Hauptschulen schlug der bpv-Vorsitzende vor, Grundschullehrkräfte für den Einsatz an dieser Schulart nachzuqualifizieren: "Im Hinblick auf den Umbau der Hauptschule zu einer stark berufsvorbereitenden Ganztagsschule liegt es nahe, sich darüber stärker Gedanken zu machen. So könnte einerseits die Zahl der arbeitslosen Grundschullehrkräfte verringert und andererseits der durch die Reform wachsende Bedarf an Hauptschullehrkräften gedeckt werden", warb Schmidt für diese Idee. Der bpv-Vorsitzende erinnerte daran, dass Bayern schon einmal ein vergleichbares Programm gestartet hatte: Bereits vor Jahren war damit begonnen worden, Realschullehrkräfte für den Einsatz an Fachoberschulen nachzuqualifizieren.
Berufliche Oberschulen mit ähnlichen Problemen wie Gymnasien
Vor großen Herausforderungen stünden auch heuer wieder die beruflichen Oberschulen: "So erfreulich der anhaltende Boom von Fachober- und Berufsoberschulen mit einem Schülerplus von 17,7 (FOS) und 11,0 (BOS) Prozent auch ist: Die stark steigenden Klassenstärken erschweren nicht nur die qualifizierte Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler. Sie sind außerdem ein starkes Indiz für den öffentlich kaum beachteten Lehrermangel an diesen beiden relativ kleinen, aber immer wichtiger werdenden Schularten", warb Schmidt abschließend um Unterstützung auch für die beruflichen Oberschulen.
Keine Kommentare vorhanden