Schavan: Mehr Mitsprache für den Bund bei Bildung
(red/noz) Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat erneut geforderte, das Grundgesetz zu ändern und dem Bund mehr Zuständigkeiten für Bildung zu geben. Diese sei längst ein Thema von nationaler Bedeutung, erklärte sie heute in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung. Es wirke "komisch", wenn zahllose Juristen damit beschäftigt seien, zu prüfen was Bund und Länder in der Bildungspolitik leisten dürften. Das gehöre dringend auf den Prüfstand, um "international wettbewerbsfähig zu bleiben." Außerdem kritisierte sie, dass es in jedem der 16 Bundesländer unterschiedliche Schulbücher gebe.
17.04.2010 ArtikelDie Ministerin warnte zudem davor, Leistungen von Schulabgängern schlecht zu reden. "Es kommt nicht allein auf Zeugnisse an. Wir sollten uns schleunigst verabschieden von dem viel strapazierten Klischee, dass die Jugend früher besser ausgebildet gewesen sei", sagte Schavan. Ausbildungsreife bedeute nicht allein Schulwissen, es gehe auch um Grundhaltungen und Motivation. "Da sind nicht nur Lehrer, sondern auch Eltern und eben auch die ausbildende Wirtschaft gefordert", so Schavan gegenüber der Zeitung..
Von einer "Männerquote" in Schulkollegien hält die Ministerin nach eigenen Aussagen "gar nichts". Wer unterrichten wolle, müsse dies "mögen", erklärte sie in dem Interview. Allerdings seien m ehr Männer in Schulen und Kindergärten als Vorbilder für Jungen dringend erforderlich. Nur so sei der Trend zu stoppen, dass Mädchen in der Schule die Jungen leistungsmäßig "abhängen".
Zu einer möglichen schwarz-grünen Koalition in Nordrhein-Westfalen erklärte sie, dass zwischen CDU und Grünen "Welten liegen". Sie teile die Sorge, dass es bei einer solchen Koalition zu großen Auseinandersetzungen in der Bildungspolitik auf dem Rücken der Schüler komme.
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Weiterführende Links
- NOZ: Schavan gegen „Männerquoten“ in Schulen
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