Thüringen

Thüringer Arbeitgeberverbände halten Bildungsfreistellung für nicht finanzierbar

Bildungsfreistellung koste die Thüringer Arbeitgeber zu viel Geld. Kleinen und mittelständischen Unternehmen seien die Belastungen, die aus dem Anspruch auf fünf Tage gesellschaftspolitischer und/oder arbeitsweltbezogener Weiterbildung entstünden, nicht zuzumuten. So tönt es in allerorten, wenn sich die Thüringer Wirtschaftsvertreter/innen zu den Plänen der Landesregierung äußern, die Vereinbarung des Koalitionsvertrages zur Schaffung eines Bildungsfreistellungsgesetzes umzusetzen.

16.04.2013 Pressemeldung GEW Thüringen

Vor dem Hintergrund des am 18. April 2013 stattfindenden Spitzengespräches unter Führung der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht, hat das Referat Erwachsenenbildung und berufliche Fort- und Weiterbildung der GEW Thüringen die Argumente der Arbeitgeber nochmals geprüft. Das Ergebnis: Die Modellrechnungen zeigen, dass von einer dramatischen Belastung der Unternehmen durch fünf Tage bezahlte Bildungsfreistellung nicht die Rede sein kann (siehe Anlage).

Kleinstbetriebe sind zwar gegenüber größeren im Nachteil, dennoch ist die tatsächliche Belastung minimal: So sinkt bei Kleinstbetrieben die Arbeitsleistung (bezogen auf die Arbeitsstunden) um 0,8 Prozent, bei Betrieben mit 50 Arbeitnehmer/innen schon nur noch um 0,03 Prozent. "Die homöopatischen Kostenbelastungen werden keinen Thüringer Betrieb in den Ruin treiben und stehen in keinem Verhältnis zum massiven Widerstand der Thüringer Wirtschaft", kommentiert Uwe Roßbach, Referatsleiter der GEW Thüringen, die laufende Debatte. "Unternehmen sollten nicht nur ihre betrieblichen Ziele in den Blick nehmen, sondern Verantwortung für gesellschaftliche Entwicklungen übernehmen. Fünf Tage bezahlte Freistellung für gesellschaftspolitische Bildung sind dabei ein guter Start."

Die GEW Thüringen tritt dafür ein, die weitere Privatisierung von Weiterbildungsleistungen zu stoppen. Arbeitnehmer/innen tragen einen immer größer werdenden Anteil an betrieblicher und beruflicher Weiterbildung durch Übernahme von Reisekosten und Verzicht auf Freizeit.

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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