Bibliothekkongress zu Information und Ethik eröffnet
Über 2.700 Bibliothekare und andere Informationsspezialisten treffen sich zurzeit in Leipzig. Zum dritten Mal findet hier im Vorfeld der Leipziger Buchmesse der Kongress für Information und Bibliothek statt, der alle drei Jahre von der Bundesvereinigung "Bibliothek & Information Deutschland" (BID) veranstaltet wird. Bundespräsident Horst Köhler hat die Schirmherrschaft für den Kongress übernommen.
20.03.2007 Pressemeldung Leipziger BuchmesseIn knapp 200 Vorträgen stellen Referenten aus dem In- und Ausland im Congress Center Leipzig (CCL) die neusten Entwicklungen sowie innovative Konzepte im Bereich der Bibliotheksarbeit vor. Zahlreiche Workshops und Arbeitssitzungen bieten die Gelegenheit für einen intensiven fachlichen Austausch. Zudem wird der Kongress von einer Fachausstellung begleitet.
Das Thema, mit dem sich die Informationsfachleute in diesem Jahr schwerpunktmäßig beschäftigen, lautet "Information und Ethik". Es trifft den Kern ihrer Arbeit, denn die Bibliotheken verstehen sich von jeher als Garanten für den freien, fairen und gleichberechtigten Zugang zu Information und Wissen. Damit leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung und Sicherung von demokratischen Zivilgesellschaften.
Zur Eröffnung des Kongresses stellte Barbara Lison, die Sprecherin des BID, die soeben verabschiedeten ethischen Grundsätze der Bibliotheks- und Informationsberufe vor. Sie formulieren die Regeln, nach denen die Bibliothekare ihre professionellen Aktivitäten ausrichten sollen. Sie beruhen – etwa im Umgang mit Kundinnen und Kunden – auf den Prinzipien Gleichbehandlung und Barrierefreiheit, berücksichtigen aber auch den Schutz von personenbezogenen Daten.
Auf dem Bibliothekskongress werden Fragen diskutiert, die sich aus dem Zusammenspiel der neusten technologischen Entwicklungen im Bereich des Wissenstransfers, der fortschreitenden Globalisierung und der zunehmenden Tendenz zur Ökonomisierung des Wissens ergeben. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk darauf, mit welchen Konzepten die Informations- und Bibliotheksbranche den Folgen dieser weltweit wirksamen Prozesse sinnvoll begegnen kann und wie die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden sollten.
In diesem Zusammenhang stehen in den Fortbildungsveranstaltungen vielfältige Fragen zur Diskussion: Kann Open Access einen barrierefreien Zugang zur Information garantieren? Wie können dabei die Rechte von Werkurhebern geschützt und gleichzeitig diejenigen der Nutzer gewahrt werden? Wie kann man sicherstellen, dass das kulturelle Erbe – das heute digitale wie körperliche Medien umfasst – bald und auch noch in fernerer Zukunft für jeden und von überallher zugänglich ist?
Doch die Kongress-Beiträge behandeln nicht nur Fragen, die die sichere, dauerhafte und komfortable Bereitstellung von Informationen betreffen. Es werden in Leipzig zudem innovative Modelle für den Lernort Bibliothek vorgestellt. Sie zeigen, welchen zentralen Beitrag Bibliotheken zur Vermittlung und Förderung der Sprach-, Lese- und Informationskompetenz leisten können.
Passend zum Thema "Information und Ethik" wurde Dänemark als Gastland des diesjährigen Kongresses ausgewählt. Das dänische Bibliothekswesen ist modern und hoch entwickelt. Es gilt im internationalen Vergleich als Musterbeispiel, weil es weitreichende Aufgaben in Kultur und Bildung übernimmt. "In Dänemark werden die Bibliotheken", so erklärte Barbara Lison zur Eröffnung des Kongresses, "auf vorbildliche Weise von Gesellschaft und Politik getragen und unterstützt." Dänemark ist zudem Vorreiter bei der Verteidigung des Rechtes auf den allgemeinen und kostengünstigen Zugang zu Information und Wissen. Das aktuelle Kongress-Programm mit Abstracts zu den geplanten Beiträgen finden Sie im Internet unter www.bid-kongress2007.de.
Das aktuelle Kongress-Programm mit Abstracts zu den geplanten Beiträgen finden Sie im Internet unter www.bid-kongress2007.de.
Ansprechpartner
Leipziger BuchmesseMesse-Allee 1
04356 Leipzig
Web: http://www.buchmesse-leipzig.de
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