Kooperationsverbot

Bildungs-Staatsvertrag ja, aber auf der Grundlage bayerischer Standards!

Bildungsföderalismus sorgt für Wettbewerb der Bundesländer und der Bildungseinrichtungen um die beste Bildung und dabei hält Bayern stets die Spitze. Die Abschaffung des Kooperationsverbotes hingegen birgt die große Gefahr einer zentralistischen, dirigistischen Abflachung in der Bildungsqualität, von Berlin aus verordnet.

09.01.2013 Pressemeldung Verband Reale Bildung

Zur aktuell geführten Diskussion über die Abschaffung des Kooperationsverbots äußert sich Anton Huber, Vorsitzender des Bayerischen Realschullehrerverbandes (brlv), mit deutlicher Skepsis: "Auch für uns in Bayern stellt sich die Frage: Wie schafft man im Bildungswesen mehr Vergleichbarkeit für Eltern und Schüler, aber nicht auf Kosten einer deutlich geringeren Bildungsqualität? Eine Vereinheitlichung der Bildung mit dem Ergebnis – so die bisherigen Erfahrungen, bestenfalls nur Mittelmaß erreichen zu können, lehnen wir ab. Das kann sich ein Land wie Bayern als ausgewiesener Innovations- und Industriestandort, der händeringend nach qualifizierten Fachkräften sucht, keinesfalls leisten."

Vielfach gingen, so Huber, die Aktivitäten der Politiker an den Kernproblemen vorbei. Nicht die Schulqualität stehe im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten, sondern das Herumbasteln an Schulstrukturen mit dem Ergebnis, immer mehr Schulformen zu entwerfen, die bereits im Entwurf zeigen, dass sie nicht Qualität, sondern Quote, nicht Befähigung, sondern Berechtigungen zum Ziel haben. Damit versucht man, sich zu profilieren, aber die Vergleichbarkeit nimmt dadurch noch weiter mehr ab.

Huber: "Eine Vergleichbarkeit bei hoher Bildungsqualität ließe sich sehr einfach herstellen. Die Vorschläge liegen seit Jahrzehnten vor: mehr Unterrichtsstunden, verbindliche Lehrpläne und zentrale Abschlussprüfung. Zudem sollte man sich von den pädagogischen Mythen verabschieden, von den Heilsbotschaften eines längeren gemeinsamen Lernens oder des voll integrativer Unterrichts, bei dem die Schwachen noch schwächer und die Starken vernachlässigt werden. Wir sind für Vergleichbarkeit, aber auf hohem Niveau mit bayerischen Standards, insbesondere auch in der Lehrerbildung. Hierzu gehören eine fundierte fachwissenschaftliche und berufswissenschaftlich Ausbildung sowie das 1. und das 2. Staatsexamen. Das sind unverzichtbare Elemente für eine professionelle Lehrerausbildung. Im Übrigen kann das Lehreraustauschverfahren im diskutierten Staatsvertrag nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in Bayern keinen Lehrermangel haben. Jährlich bauen wir eine Warteliste von bestens ausgebildeten Realschullehrkräften weiter auf mit einer Lehrerarbeitslosigkeit im Realschul- und Gymnasialbereich, die höchst problematisch ist."

Bayerischer Realschullehrerverband
www.brlv.de

Ansprechpartner

Verband Reale Bildung

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