Bildungsreformen werden kaum auf Wirksamkeit geprüft
450 Reformen im Bildungsbereich haben OECD-Länder seit 2008 auf den Weg gebracht. Sie sollen die Chancen für benachteiligte Schüler verbessern, die Berufsausbildung stärken oder die Organisation von Schulen straffen. Wie aus dem heute veröffentlichten ["Education Policy Outlook 2015: Making Reforms Happen"](http://www.oecd.org/berlin/publikationen/education-policy-outlook-2015.htm) hervorgeht, haben die Regierungen aber bisher nur zehn Prozent aller neuen Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit geprüft.
19.01.2015 Artikel"12,9 Prozent der Staatsausgaben fließen OECD-weit in Bildung. Diese Investitionen müssen so effizient wie möglich eingesetzt werden", sagte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher bei der Vorstellung des Berichts in London.
"Bei zu vielen Bildungsreformen wissen wir nicht, ob sie im Klassenzimmer wirken. Es ist erfreulich zu sehen, dass der Fokus in der Bildungsarbeit inzwischen nicht mehr nur darauf liegt, die Ausgaben zu erhöhen, sondern auch die Resultate zu messen. Umso wichtiger ist es, den Reformen Zeit zu geben und ihre Wirkung zu analysieren."
Schleicher stellte in London auch eine Vorabfassung des jährlich erscheinenden OECD-Berichts "Bildung auf einen Blick" vor. Im Schnitt der OECD-Länder hat danach jeder sechste junge Mensch zwischen 25 und 34 Jahren nicht die Fähigkeiten, die er für ein erfolgreiches Leben in modernen Gesellschaften braucht. In Deutschland liegt der Anteil gering gebildeter junger Menschen mit 13 Prozent etwas niedriger. Auch Österreich (11%) und die Schweiz (10%) liegen mit ihrem Anteil deutlich unter dem OECD-Durchschnitt.
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