Böhmer: Bildungsbeteiligung ist der Schlüssel zur Integration

Anlässlich der Vorstellung des Berichtes Bildung in Deutschland 2008 erklärt die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer:

12.06.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

"Die Bildungsbeteiligung und der Bildungsstand von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien müssen deutlich verbessert werden. Der Bildungsbericht unterstreicht eindringlich den Handlungsbedarf in Kindergarten, Schule, Ausbildung und Elternarbeit.

Erstens. Bildung und Erziehung werden im Elternhaus grundgelegt. Viele Eltern sind nicht mit dem hohen Stellenwert der Bildung in Deutschland vertraut. Wir müssen die Eltern stärken. Deshalb werde ich im Bundeskanzleramt in der kommenden Woche, am 17. Juni 2008, mit der KMK-Präsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Migrantenverbänden, die sich in der Bildungs- und Elternarbeit engagieren, über weitere gemeinsame Schritte beraten.

Zweitens. Die frühkindliche Bildung ist der Dreh- und Angelpunkt, um Chancen zu eröffnen. Der Kindergarten muss zur Bildungseinrichtung ausgebaut werden. Bundesweit müssen Erzieherinnen und Erzieher fortgebildet werden. Deutschkenntnisse müssen von Anfang an und fortlaufend gefördert werden. Ich appelliere an die Länder, die im Nationalen Integrationsplan eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen.

Drittens. Schulen in Gegenden und Stadtteilen, in denen überdurchschnittlich viele Jugendliche aus Zuwandererfamilien leben, müssen besonders gefördert werden. Ich appelliere an die Kultusministerkonferenz der Länder, entsprechende Selbstverpflichtungen rasch umzusetzen. Zentral ist die Zusage, die Leistungen der Kinder und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien in fünf Jahren an den deutschen Durchschnitt anzugleichen. Absehbar werden viele Lehrinnen und Lehrer in den Ruhestand gehen. Diese Situation müssen wir gerade in Schulen mit hohem Migrantenanteil nutzen, um mehr Lehrerinnen und Lehrer aus Zuwandererfamilien einzustellen.

Viertens. Wir dürfen keine Potenziale verschwenden. Die aktuelle Verbesserung der Ausbildungssituation ist an den Jugendlichen aus Zuwandererfamilien im wesentlichen vorbei gegangen. Wir müssen und wir werden die Instrumente Ausbildungsbonus und Einstiegsqualifikation dazu nutzen, diese Potenziale zu erschließen.

Auf dem dritten Integrationsgipfel im Herbst diesen Jahres werden wir eine erste Zwischenbilanz des Nationalen Integrationsplans ziehen. Bund und Länder erarbeiten derzeit Indikatoren, um Integrationsfortschritte in Zukunft regelmäßig und genau zu messen und politische Maßnahmen danach auszurichten. Entscheidend ist: Bildung darf keine Frage der Herkunft sein, weder der sozialen noch der ethnischen. Die meisten Probleme entstehen dort, wo sich beides negativ auswirkt. Hier besteht der größte Handlungsbedarf."


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