Bildungsmonitor

GEW: "Olle Kamellen"

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat festgestellt, dass der "Bildungsmonitor" der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) keinen Beitrag zur Verbesserung des Bildungssystems leistet. "Die Unternehmerstudie will den Wettbewerb auf allen Ebenen forcieren: Mehr Qualität und Chancengleichheit im Bildungssystem stellten sich dann automatisch ein. Das ist die Denke von vorgestern", sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne am Dienstag in Frankfurt a.M. mit Blick auf den "Bildungsmonitor", der heute in Berlin vorgestellt worden ist.

16.08.2011 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

"Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Das deutsche Bildungswesen ist im internationalen Vergleich deutlich unterfinanziert. Ginge es nach dem ´Bildungsmonitor´, wird dies auch so bleiben: Große Teile der durch den Schülerrückgang frei werdenden Gelder im Staatssäckel zu behalten, um Steuererhöhungen zu vermeiden und auf die Selbstheilungskräfte der Bildung zu hoffen, ist jedoch nichts Anderes als interessengeleitete Unternehmerpolitik – umhüllt vom dünnen Mäntelchen der Bildungsmonitor-Studie", unterstrich der GEW-Vorsitzende. "Die sog. demografische Rendite muss im Bildungsbereich bleiben und beispielsweise durch ein gerechteres Steuersystem finanziert werden. Sie muss für Qualitätsverbesserungen des Bildungsangebots genutzt werden."

Die Untersuchung unterstelle einen Zusammenhang zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Bildung, begründet diesen aber nicht, erläuterte Thöne: "Mit bildungspolitischen und pädagogischen Fragen beschäftigt sich die Studie nicht. Sie beurteilt Bildung allein aus ökonomischer Sicht. Da werden viele olle Kamellen aufgewärmt, Problemlösungsstrategien: Fehlanzeige."

Info: In einer Untersuchung für die GEW-nahe Max-Traeger-Stiftung hat Tobias Kaphegyi den "Bildungsmonitor" unter die Lupe genommen.


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