Inklusion im Bildungssystem braucht verbindliche Grundlagen: Ergebnisse aus dem Bildungsbericht 2014

Die Analyse der Bildungschancen von Menschen mit Behinderungen ist das Schwerpunktthema des Berichtes "Bildung in Deutschland 2014". Noch befinden sich viele Bildungseinrichtungen im Übergang, haben aber die Aufgabe angenommen, institutionelle Rahmenbedingungen für inklusives Lernen zu schaffen. Dabei zeigen sich große Unterschiede: Die Bedingungen für inklusives Lernen verschlechtern sich von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II. Je älter die behinderten Kinder und Jugendlichen sind, desto schlechter stehen ihre Chancen, gemeinsam mit Gleichaltrigen ohne Behinderungen an Bildung teilzunehmen.

13.06.2014 Pressemeldung wbv Media Gmbh

Inklusion in der Aus- und Weiterbildung systematisieren

Auch in der Aus- und Weiterbildung ist das Spektrum von inklusiven Angeboten unterschiedlich ausgebaut und orientiert. Die Autorengruppe stellt fest: Der Schlüssel für eine erfolgreiche Inklusionsarbeit liegt in der Qualifikation des Bildungspersonals. Hierfür braucht es eine gemeinsame und systematische Grundlage, denn punktuelle Fortbildungsinitiativen zu einzelnen Aspekten der Inklusion könnten sogar kontraproduktiv wirken.

Bildungschancen hängen von der Diagnose ab

Der Bericht verdeutlicht, dass es die Diagnose ist, die im Regelfall über den Zugang zu einer Bildungseinrichtung entscheidet. Ein wesentliches Problem dabei ist die mangelnde Vergleichbarkeit der Diagnoseergebnisse, für die es innerhalb von Ländern sowie über Ländergrenzen und Bildungsbereiche hinweg kaum einheitliche Standards gibt. So ergeben sich für Menschen mit ähnlichen Behinderungen unterschiedliche Bildungsperspektiven, wodurch wiederum Benachteiligungen entstehen, die sich nur schwer abbauen lassen. Außerdem ist die professionelle und einheitliche Diagnostik besonders wichtig, weil Planung und Umsetzung gezielter Fördermaßnahmen von der Art der Behinderung abhängen.

"Bildung in Deutschland 2014" ist die fünfte Ausgabe des Bildungsberichts, den die Autorengruppe Bildungsberichterstattung vorlegt. Der Bericht führt Daten aus allen Bildungsbereichen zusammen und wertet sie systematisch aus. So entsteht ein Bild vom Zustand des deutschen Bildungssystems und seinen Entwicklungschancen in allen relevanten Bildungsbereichen.

Der Bericht "Bildung in Deutschland 2014" steht kostenlos auf wbv-OpenAccess zur Verfügung. Die gedruckte Ausgabe kann zum Preis von 49,90 Euro im Buchhandel oder auf wbv.de bestellt werden.

Die Herausgeber

Verantwortlich für "Bildung in Deutschland 2014" ist die Autorengruppe Bildungsberichterstattung. Mit der Federführung ist das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) betraut. Weitere Mitglieder sind: das Deutsche Jugendinstitut (DJI), das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), das Soziologische Forschungsinstitut an der Universität Göttingen (SOFI) sowie die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Die Erarbeitung des Berichts durch die Autorengruppe wurde von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Ansprechpartner

W. Bertelsmann Verlag GmbH & Co. KG
Klaudia Künnemann
Auf dem Esch 4
33619 Bielefeld
Telefon: +49 (0)5 21/9 11 01-21
E-Mail: presse@wbv.de
Web: www.wbv.de


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