Kulturelle Bildung

Kampagne gegen Gratismentalität im Netz

Kulturstaatsminister Bernd Neumann fordert in dem gestern erschienenen Interview in "Die Welt" die Probleme des Urheberrechts in der digitalen Welt endlich anzugehen: "Zuerst einmal bin ich für eine Aufklärungskampagne, um das Bewusstsein für das geistige Eigentum zu wecken, eine wirklich massive Kampagne. Zweitens sind selbstverständlich auch die Urheber und die Verwerter gehalten, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die von den Nutzern akzeptiert werden. Und drittens müssen im neuen gesetzlichen Rahmen auch Sanktionen vorgesehen sein, die durch sogenannte Warnhinweise zunächst einmal angekündigt werden."

20.06.2012 Pressemeldung Deutscher Kulturrat e.V.

Der Deutsche Kulturrat wird dieser Forderung nach einer Kampagne mit seinem Aufruf "Für kulturelle Vielfalt im Internet" gerecht. Ziel der Kampagne ist es, auf die Belange von Kunst- und Kulturschaffenden hinzuweisen. Gerade Künstlerinnen und Künstler, aber auch Kultureinrichtungen und Unternehmen der Kulturwirtschaft wissen, dass kulturelle Produktions- und Rezeptionsgewohnheiten einem ständigen Wandel unterworfen sind. Sie verschließen sich keiner sinnvollen Änderung, die diese Entwicklung auch rechtlich nachvollzieht. Für hunderttausende von Kulturschaffenden in unserem Land und darüber hinaus für einen ganzen Wirtschaftszweig ist aber die Sicherung des Urheberrechts eine existenzielle Frage. Anders als in der analogen Welt geht in der digitalen Welt das Urheberrecht alle etwas an. Auch die Nutzer sind gefordert, sich darüber zu informieren, welche Werke frei zugänglich sind und auch kopiert werden dürfen und welche nicht.

Den Aufruf können Sie sich nachstehend ansehen. Über hundert Erstunterzeichner aus Politik, Kultur und Gesellschaft und tausende Interessierte unterstützen ihn bereits.

Aufruf "Für kulturelle Vielfalt im Internet"

Kunst und Kultur leben von der Kreativität einzelner Menschen. Sie schaffen die Werke, die gespielt, gelesen, gesehen und gehört werden. Das gilt auch für das Internet.

Kulturelle Vielfalt basiert wesentlich auf der Arbeit der professionellen Kulturschaffenden, deren Werke unsere Welt reich und lebenswert machen.

Für eine Gesellschaft, die einen wachsenden Teil der Wertschöpfung aus kulturellen und kreativen Produkten und Dienstleistungen gewinnt, ist ein funktionierendes Urheberrecht zur Weiterentwicklung der kulturellen Vielfalt unabdingbar.

Gerade Künstlerinnen und Künstler wissen, dass kulturelle Produktions- und Rezeptionsgewohnheiten einem ständigen Wandel unterworfen sind. Sie verschließen sich keiner sinnvollen Änderung, die diese Entwicklung auch rechtlich nachvollzieht.

Für hunderttausende von Kulturschaffenden in unserem Land und darüber hinaus für einen ganzen Wirtschaftszweig ist aber die Sicherung des Urheberrechts eine existenzielle Frage.

In der digitalen Welt geht dieses Recht alle an – das Internet erlaubt in nahezu unbegrenztem Ausmaß, urheberrechtlich geschützte Werke zu nutzen und bietet neue Chancen der kulturellen Teilhabe.

Nur ein starkes Urheberrecht kann unsere kulturelle Vielfalt in der digitalen Welt sichern und ist damit auch im Interesse der Nutzer. Es darf aufgrund seiner hohen ideellen und wirtschaftlichen Bedeutung für das kulturelle Leben nicht ausgehöhlt werden und muss auch in Zukunft das Recht der Urheberinnen und Urheber bleiben.


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