Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnet Ausstellung über Kunstraub im Nationalsozialismus

Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat am (heutigen) Donnerstag im Jüdischen Museum Berlin die Ausstellung "Raub und Restitution. Kulturgut aus jüdischem Besitz von 1933 bis heute" eröffnet.

18.09.2008 Pressemeldung Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Dabei sprach er sich für faire und gerechte Lösungen bei der Restitution von NS-Raubkunst im Sinne der Washingtoner Prinzipien aus:

"Die Geschichte der NS-Raubkunst ist eine Geschichte der Entrechtung und Enteignung, der Ausplünderung und Bereicherung, von Vernichtung, Vergessen und Verdrängung. All diese Aspekte spielen bei der Provenienzrecherche, bei der Erarbeitung fairer und gerechter Lösungen sowie bei der Restitution entzogenen Kulturguts eine Rolle. Deutschland steht auch mehr als sechzig Jahre nach Kriegsende uneingeschränkt zu seiner moralischen Verantwortung für die Restitution von NS-Raubkunst. Die Klärung der Provenienz ist dabei nicht nur der erste, sondern vielmehr der wichtigste Schritt eines jeden Restitutionsverfahrens. Mit der neu eingerichteten Arbeitsstelle Provenienzrecherche/-forschung bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die wir in den nächsten Jahren mit jeweils einer Million Euro fördern, haben wir eine Anlaufstelle geschaffen, mit der wir die dezentrale Provenienzrecherche an den Beständen stärken und die Vernetzung zwischen den Einrichtungen verbessern."

Mit der Verabschiedung der "Washingtoner Prinzipien" vor zehn Jahren sicherten 44 Staaten zu, von Nationalsozialisten geraubtes Kulturgut auch nach Ablauf gesetzlicher Fristen an die Eigentümer oder deren Erben zurückzugeben. Ein Jahr nach der Unterzeichnung einigten sich Bund, Länder und Kommunen gemeinsam auf die sogenannte "Gemeinsame Erklärung". Damit sollen Einrichtungen wie Museen, Archive und Bibliotheken unterstützt werden, selbst nach verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut in ihren Beständen zu fahnden und faire und gerechte Lösungen zu finden. Die in diesem Jahr aktualisierte und neu veröffentlichte Handreichung zur Umsetzung der "Gemeinsamen Erklärung" soll alle Beteiligten bei dieser anspruchsvollen Aufgabe unterstützen. Zur Lösung strittiger Fälle hat der Bund eine "Beratende Kommission" eingesetzt, die Empfehlungen aussprechen kann.

Die Ausstellung im Jüdischen Museum zeichnet die historischen Zusammenhänge und Folgen des europaweiten Kunstraubes der Nationalsozialisten nach. Zu den geraubten Kulturgütern zählen unter anderem Gemälde, Bibliotheken, Porzellan, Silberarbeiten und Privatfotografien. Verwiesen wird in der Ausstellung auch auf das Schicksal der Eigentümer. Außerdem richtet die Ausstellung ihren Blick auf die Akteure und Profiteure des Raubes. Sie ist bis zum 25. Januar 2009 in Berlin zu sehen.


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