Neues Teilzeitangebot der Landesregierung - GEW nimmt verhalten Stellung
Zu dem heute von Finanzminister Bullerjan vorgestellten Teilzeitangebot für Lehrkräfte, das ab dem nächsten Schuljahr greifen soll, erklärte der GEW-Landeschef Thomas Lippmann: "Wenn das so erwirtschaftete Geld im Schulsystem bleibt, insbesondere in vorgezogene Neueinstellungen für Lehrer aller Schulformen gesteckt wird, können wir mit der Grundidee leben."
29.01.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-AnhaltEr fügte hinzu: "Wenn allerdings Arbeitsvermögen nicht vollständig ersetzt werden sollte, wird das auf Kosten der pädagogischen Angebote gehen und zu weiterem Unterrichtsausfall führen. "Dann wären diese Prämien nicht nur Steuerverschwendung sondern auch Geld zur Verschlechterung der Schule", sagte Lippmann.
"Wir hätten uns gewünscht, schon in die Entstehung des Konzepts einbezogen zu werden, zumal wir in den Tarifverhandlungen vom 30. Oktober 2007 einen entsprechenden Vorschlag auf den Tisch gelegt hatten."
Aus Sicht der GEW bleibt abzuwarten, ob das "Angebot" wirklich als attraktiv empfunden wird. Sollte ein im Alterstdurchschnitt (47,7 Jahre) der Lehrkräfte an Sekundarschulen bzw. Gymnasien liegender Lehrer diese "Prämie" annehmen, bekäme er im kommenden Schuljahr statt des vollen Gehalts von ca. 48.000 Euro brutto abzüglich der Reduzierungen durch den Tarifvertrag (42.000) und die Teilzeit nur noch ca. 36.250 Euro. Die zusätzliche Reduzierung von jährlich ca. 5.700 Euro würde zwar brutto ca. zu ca. 50 Prozent ausgeglichen, aber natürlich steuerlich voll wirksam werden.
Lehrer, die auf das Angebot eingehen, würden dann in den Schuljahren 2008/09 18 ( von 21 nach Tarifvertrag), 2009/10 19 (von 22) und 2010/11 20 (von 23) Wochenstunden unterrichten.
"Wenn die Landesregierung den angestrebten finanziellen Gewinn voll in Neueinstellen steckte, wäre das nur zu begrüßen." Denn der im Tarifvertrag für die Lehrkräfte fest zugesicherter Einstellungskorridor für den Lehrernachwuchs hätte die Probleme des Landes, die aus der sehr ungünstigen Altersstruktur der Lehrer resultieren, nicht lösen können. Er beträgt nach dem Tarifvertrag 90 Neueinstellungen zum Schuljahresbeginn 2008, 100 in 2009, 120 im Jahre 2010, 150 im Jahre 2011.
Das wäre aus Sicht der GEW dann auch ein Signal für junge Lehrerinnen und Lehrer, die dann im Lande bleiben könnten
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